Die kühle Welt

Ein Gedicht von Max Vödisch
Ausdruckslose, kalte Gesichter,
sie spiegeln nur die Neonlichter.
Aufgeblasene, künstliche Gestalten,
die sich selbst für Götter halten.

Ich bleibe ein Schatten in diesem Raum,
verhöhnt als fremder, blasser Traum.
Ein Ort, so einsam und so leer,
eine Welt, die mir nicht gehört.

Der Bau ist steril, das Licht so fern,
jede Frau ein gemaltes Bild, ein Stern.
Sie nehmen mir jeglichen Schwung,
ja, unser einer wirkt naiv und jung.

Hohe Preise, eine Reise ohne Ziel,
Arroganz, die keine Grenzen kennt.
Sie sind die Sieger in diesem Spiel,
und ich ein stilles, falsches Element.

Ja, unser einer wird hier verhöhnt,
ist dieses Spiel nicht geübt, nicht gewöhnt.
In dieser Disco, exklusiv und frei,
bin ich niemals wirklich dabei.

Die Schickeria mag mich nicht,
zeigt mir ihr borniertes Gesicht.
Ja, unser einer wird hier verhöhnt –
wo jeder kalte Blick im Eis-Echo tönt.

Informationen zum Gedicht: Die kühle Welt

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01.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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