Die Entscheidung

Ein Gedicht von Lisa Nicolis
Wie brichst du dich entzwei,
wenn deine Schmerzen toben,
doch andre lauter sind?

Auf welche Wunden
legst du deine Hände?
Auf fremde?
Wenn deine näher sind?

Bist du dem Gott,
bist du dir selber teurer?
Oder sind diese
lauten Schmerzen nebenan
doch ungeheurer?

Wie brichst du dich entzwei,
dass du ein Ganzes bleibst,
obwohl du dich in Scherben leidest?

Wie wiegst du Leiden auf,
ohne dass du’s Gewissen
in die Enge treibst?

Dann ebbt durch
deiner Hände Wärme
dieses Klagen.
Und weil des andren Schmerzen
so eng an deinen lagen,
fließt auch dein Atmen klarer jetzt
und ist die Antwort
auf die Fragen.



Lisa Nicolis

Wenn der Hilferuf ertönt, vergisst du die eigenen Schmerzen spontan.

Informationen zum Gedicht: Die Entscheidung

50 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 5,0 von 5 Sternen)
-
31.10.2025
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Lisa Nicolis) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.