Der Schein der schimmernden Welt
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Einst im Rauch verbrannter Wünsche,
heute im Schaum bitterer Gärung.
Ein Grat, so schmal wie der Nachtnebel,
ein Leben im Schlingern der Gezeiten.
Wir tanzen im Diktat der Mode,
hetzen dem fremden Takt hinterher,
wähnen uns frei im eigenen Geist,
während ein Echo den Kurs bestimmt.
Das echte Leben – ein ferner Garten –
verschlossen die Wärme, das Licht der Liebe.
Uns bleibt nur die Kunst des Augenblicks:
ein Trugbild, das wie ein Meisterwerk wirkt.
Wir krallen uns fest an das eigene Spiel,
an den Schimmer einander geborgter Tage.
Ein hungriger Wunsch zieht uns empor,
wo Münzen klirren und der blendende Prunk regiert.
Täglich ein neues Ufer, eine andere Maske,
ein Treiben auf den Scherben der Nacht.
Das kalte Reich der hohen Mauern
bleibt eine Festung fremder Normen.
Und doch – in uns brennt das Staccato der Nacht,
während wir langsam im Dunkel ertrinken,
getäuscht vom Schein einer Welt,
die nur für Augenblicke schimmert.
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