Der leere Himmel
Ein Gedicht von
Robert Späth
Ich erinnere mich an deine Hände
wie an das letzte Licht auf einer stillen Mauer,
warm, aber schon im Verschwinden.
Zwischen uns liegt jetzt ein Tisch aus Stille,
auf dem die Wörter verdorren,
wie Brot, das niemand mehr bricht.
Ich habe dich geliebt
nicht wie man einen Namen ruft,
sondern wie man den Wind hört,
wenn er nachts durch offene Fenster geht
und nichts zurücklässt
als den Geruch von Nähe.
Deine Schritte entfernten sich langsam,
nicht laut,
nicht grausam,
nur entschlossen
wie der Mond, der sich von den Dächern löst.
Ich blieb zurück
mit den Schatten deiner Schultern
an den Wänden meiner Gedanken,
und selbst der Morgen
fand keinen Platz mehr,
sich zwischen uns zu setzen.
Jetzt gehört die Zeit wieder mir,
aber sie ist kälter geworden.
Sie trägt nicht mehr deinen Atem,
nur das trockene Rascheln
der Dinge, die wir nicht gesagt haben.
So endet die Liebe:
nicht mit einem Sturm,
sondern mit einem offenen Fenster
und einem Vorhang,
der sich noch einmal hebt
als wollte er dich zurückrufen —
doch draußen ist nur
der leere Himmel
Das könnte Sie auch interessieren