Der Blick
Und wenn die Wimpern sacht sich senken,
Verhüllt ein Schleier zart die Welt,
Dann will die Seele sich versenken
In dem, was stumm zerfällt.
Doch hebt er sich, der Blick so rein,
Dann ist’s, als ob ein Sternenlicht
Aus tiefem Dunkel bricht herein
Und dann leise zu mir spricht.
Es flüstert von verlor’nen Stunden,
Von Wegen, die im Nebel ruh’n,
Von Träumen, die wir einst gefunden
Und die noch jetzt im Herzen blüh’n.
Ein Hauch von Ewigkeit verweilt,
Wie Morgentau auf stiller Flur,
Der Schmerz wird sanft im Licht geheilt
Und Hoffnung zieht im Lichte ihre Spur.
So trägt dein Augen kurzer Schlag
Ein ganzes Universum fort —
Ein Schweigen, das doch sprechen mag,
Ein leiser, innerer Ort.
Dieser Blick, so tief, so klar,
Trägt mehr als manches große Wort,
Er sagt mir, du bist wirklich da,
Ein stilles Ja in meinem Ohr.
P.S.: Ja, dieses Gedicht ist von Joseph von Eichendorffs 'Der Blick' inspiriert. Und natürlich gibt es für mich den einen Menschen, der beiden Gedichten ihr Licht verleiht.
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