Das Leuchten der Stillen

Ein Gedicht von Max Vödisch
Du stehst im Wind wie ein alter Stamm,
nicht um zu beugen, was um dich bricht.
Dein Herzschlag folgt keinem fremden Bann,
du suchst im Lärm nur das eigene Licht.

Wie Tau auf dem Gras wirkt leise die Kraft,
sie glänzt im Verborgenen, still und rein.
Kein Schwert ist es, das dir Sicherheit schafft,
nur der Mut, in der Härte ganz weich zu sein.

Man deutet die Milde als Schwäche und Not,
wie Türen, die offen für jeden Dieb stehen.
Doch während die Welt nach Vergeltung droht,
lässt du die Schatten einfach nur gehen.

Dein Pfad braucht kein Ziel, das die Menge erkennt,
du meidest den Markt und das laute Gericht.
Wer dich bei deinem wahren Namen nennt,
weiß: An der Dunkelheit zerbrichst du nicht.

So gehst du durch Tage, die schwerfällig sind
und trägst deine Güte wie linderndes Wort.
Du bleibst in der Brandung ein sehendes Kind
und trägst das Leuchten der Sanftmut fort.

Informationen zum Gedicht: Das Leuchten der Stillen

9 mal gelesen
-
03.03.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.