Bahnhöfe – Gebäude der Wege
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Bahnhöfe, Hallen vieler Zeiten,
wo Schritte durch die Stunden gleiten.
Ein Dach aus Stein, aus Glas, aus Licht
bewahrt die Wege wie ein stilles Gedicht.
Da stehen Paläste aus Sandstein und Marmor,
mit Bögen und Türmen, mit leuchtendem Tor.
Sie tragen den Stolz vergangener Tage,
als atme die Zeit eine steinerne Sage.
Manche Halle war einst dem Himmel geweiht,
in hohen Gewölben, fern jeglicher Zeit.
Nun klingt durch die Stille das Räderlied
und die Ferne, die immer weiterzieht.
Dann wieder erheben sich lichte Gebilde,
aus Stahl und Glas, kühn, offen und milde.
Wie Flügel aus Linien, weit ausgespannt,
als hielte die Zukunft dort ihre Hand.
Andere stehen im Staub der Geduld,
von Gerüsten umfangen, vom Lärm ohne Huld.
Doch unter dem Hämmern und unter dem Plan
wächst schon still der neue Wandel heran.
So wanderte ich durch diese Häuser der Fahrt,
durch Vielfalt aus Formen, aus Zeit und Art.
Die Gleise – wie Linien ins Morgen gespannt,
denn jeder Bahnhof birgt Zukunft im Land.
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