Abschluss des Lebens - Annahme des Todes

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
-Fiktion –
-1-
Gnadenlos zu einem Siechtum verurteilt
ist er zur Annahme des Todes bereit.
„Vielleicht gibt es danach ein Weiterleben,
vielleicht wird der Schöpfer Sünden vergeben?“
Antworten darauf, muss er sich selbst geben.
-2-
Viele Worte blieben unausgesprochen
bevor der Krebs war tückisch ausgebrochen,
seitdem erscheint unbedeutend und nichtig,
was für ihn einst war so überaus wichtig,
erst jetzt weiß er, was falsch war und was richtig.
-3-
Er hat es sich oft unnötig schwergemacht,
hätte er bloß öfter gescherzt und gelacht,
vieles nicht tierisch ernst, tragisch genommen,
er wär früher bei sich selbst angekommen,
hätte „Lebensgipfel“ leichter erklommen.
-4-
Unnütz, in der Vergangenheit zu graben,
um verlorene Chancen zu beklagen –
er steht kurz davor, der Welt zu entsagen,
nicht nach Sinn und Zweck des Leidens zu fragen,
ist bereit, endgültig Adieu zu sagen.
-5-
Zeit hat andere Bedeutung bekommen,
als jene die inzwischen ist zerronnen,
als in sein Herz ein silbrigweißes Licht scheint,
ist Gevatter Tod für ihn nicht mehr ein „Feind“.

Während die Familie sein Schicksal beweint,
seine Seele sich mit Göttlichem vereint.

Informationen zum Gedicht: Abschluss des Lebens - Annahme des Todes

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10.08.2025
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.
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