Es gibt gar keinen Weihnachtsmann

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Am Fenster in der warmen Stube
stand wie zufällig ein Bube.
Er meinte immer dann und wann:
„Es gibt gar keinen Weihnachtsmann!“

Jetzt stand er aber wie erstarrt,
als ob ihn die Aussicht narrt.
Und er trotzt wie früher dann:
„Es gibt gar keinen Weihnachtsmann!“

Der Alte naht und huckepack
trägt er stolz den großen Sack.
Der Junge sich wie einst besann:
„Es gibt gar keinen Weihnachtsmann!“

Der Alte auf das Haus zukommt,
es knarrt die schwere Haustür prompt.
Dem Jungen schon der Schweiß gerann:
„Es gibt gar keinen Weihnachtsmann!“

Und dann steht er in der Tür:
„Gibt es einen Jungen hier,
der erzählt so dann und wann:
„Es gibt gar keinen Weihnachtsmann!“?

Er kann nicht schreiben und nicht lesen,
doch er sieht nur den Rutenbesen.
Und schon stottert er unterm bunten Tann:
„Lieber guter Weihnachtsmann!“

22.12.2015 Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Es gibt gar keinen Weihnachtsmann

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22.12.2015
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