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Anzahl Gedichte: 146
Anzahl Kommentare: 4
Gedichte gelesen: 20.986 mal
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Titel
126 Garten der Galateia 06.08.25
Vorschautext:
Hinter dem Steinlblumen-Tor
unter Goldregen-Strömen
klingen Tigerwaldsänger
im Sternblumenschein ganz klar.
Neben dem Pavillon
funkeln Glasbeeren beim Reifen,
die Balustrade versinkt im Schaum
der Granatapfelblüte.
Saphirblumen streuen sich
am Alabasterbecken.
Regenbogenfische an der Oberfläche
tauchen kurz auf und verschwimmen langsam.
...
125 Nach-richten 02.08.25
Vorschautext:
Schematische Darstellungen bestürzen
und detaillierte wecken Déjà-vus.
Minutiös Verdikte mahnen,
ballistische Berichte vereinnahmen,
Schwadronen galoppieren wie von Sinnen
um vom Geteilten etwas abzuherrschen,
graue Substanz in Köpfen
kollabiert global.
Belagerungen überall zermürben
während Vendetta, unpersönlich grinsend,
verkürzt Distanz
zum nächsten Zielobjekt,
...
124 Bodhisattva 26.07.25
Vorschautext:
Om. Schaue uns bitte an,
Avalokiteshvara,
verstecke uns im unsichtbaren Schilf
bei Gefahren.
Manipadme. Schenke uns bitte
Licht Deiner Seesterne
auf unserer Reise,
Himmelszelte bei der Rast.
Hum. Lass mit tausend Armen
Deinen unendlichen Blumenregen
auf uns niedersteigen
bei Freude.
...
123 Direkte Rede 23.07.25
Vorschautext:
Ich bin so ungeschickt
und die sind so gescheit.
Es ist ein Hochgenuss zu sehen
wie sie alles meistern.
Schweig du endlich still,
innere Stimme!
Stimme nur: "haha von wegen".
Ich vergehe regelrecht vor Neid
und denke manchmal:
"ach ich wäre auch soo gerne..."
Aber dann so: "nö,
ich bleibe wohl
...
122 Fugenstimmen 19.07.25
Vorschautext:
Wenn das Gefüge
seinen Spiegelbildern gleicht,
wenn Risse im Kontinuum verhallen,
steigt verzweigt
Karyatiden-Chor der Stimmen,
mehrfach abgebildet,
mit dunkelblauen Kobalt-Fäden
auf dem Hintergrund
aus Flüssiggold
gehalten.

© Lena Engelbrecht
121 Der Große Fluss 16.07.25
Vorschautext:
Langsam
erstreckt sich der große Fluss
zwischen Hügeln.
Woran dachte jemand,
der hier gestanden
vor tausenden Jahren?
Hypnotisch
das gleißende Spiel der Sonne
auf Wellen.
Geträumt oder wirklich
das Lied,
das vom Licht mitgebracht?
...
120 Diskurs 12.07.25
Vorschautext:
Auf Tischen tanzen ausgelassen
nackte Tatsachen,
hübsche Primzahlen,
sekundäre Merkmale,
komplizierte Ambivalenzen,
Argumentationslinien oh so schlank.
Ob es was bringt
sich damit auseinanderzusetzen?
Wie bin ich da überhaupt reingeraten?
Hab' von alldem keine Ahnung.
Brauche definitiv mehr Koffein,
Nikotin, Duden, digitale Enzyklopädien,
...
119 Leitmotiv 09.07.25
Vorschautext:
Seifenblasen im Wind
werden zu Luftballons, leuchtenden Lampions
über Bewusstseinsstufen.
Zusehends kreist
ewiges Derwisch-Gebet der Fügung.
Auf der Zunge zergeht
die süßeste Zwischenzeit,
blüht losgelassen
in ihrem durchsichtigen Blattkleid
um Zifferblätter aus Steingut.

© Lena Engelbrecht
118 Naturformen der Kunst 05.07.25
Vorschautext:
Perlmutt haben wir fermentiert
und Diorit, wir beide,
obwohl du genau weißt,
dass ich nicht an Wunder glaube.

Ein gutes altes Heilmittel
gegen Dürre und Kummer
haben wir zusammen gesucht
in verschollenen Manuskripten.

Draus ist etwas geworden...
ich glaube, es ist ein Wunder.
...
117 Abendsein 29.06.25
Vorschautext:
Der Übergang von Tag zu Ruhe
ist fließend, sanft in sich fallend.
Durchsichtige Stunde,
alles verschwommen
und gleichzeitig eigenartig deutlich.
Miteinander verschmolzen
zur Abendfarbe
Flüsse, Brücken, Züge, Wälder,
grenzenlos ineinander übergegangen,
zu einander geworden.
Schwelgend in der Auflösung, um restlos
in den Samt der Nacht einzutauchen.
...
116 Nicht Schon 28.06.25
Vorschautext:
Ein schwarzes Schaf
des Namens Nicht Schon
mit seiner weißen Krähe
marschieren schnurstracks
am Fuße des Hangs
zur befreundeten bunten Fee
und zählen zusammen die Schritte.
Im schrulligen Bunde die dritte,
beim Mangel an Traumsand
verhilft bunte Fee zum Schlaf
durch den seltsamen Gegenstand -
einen Doppelten Cabochon -
...
115 Dichterblut 27.06.25
Vorschautext:
Leise sinnen die Worte
zwischen verbauten Mauern
auf stummen Strassen.
Oder sind es Notenschriften?
Wir tränken die Erde
mit unseren Traumbränden,
ihren Durst löschen wir mit Tränen
zwischen verbauten Mauern.
Mit reinem Versblut
salzen wir der Erde Brot täglich,
unsere Feuerstellen sättigen sie
auf stummen Strassen.
...
114 Madrugada 24.06.25
Vorschautext:
In Delphinium-Farben
ergeht sich Mitternacht.
Magnolien verstreuen
dem Boden
Blatt um Blatt
violette Achate.
Schritt um Schritt
entfernt sich Tagesraunen.
Hingehauchtes Wispern
blinkender Lichter
breitet sich über Dächern
Stern um Stern.
...
113 Nocturne 21.06.25
Vorschautext:
Ich habe ein Gedicht kennengelernt,
so lebensreich und leicht zugleich
und voller Spuren.
Traumtrunken sinken seine Lieder
wie Abendmeere ins Mondlicht.
Es blättert meine Finger,
plätschert leise,
setzt sich auf meine Schulter,
schaut mir in die Augen
und lächelt mich durch Tränen an.

© Lena Engelbrecht
112 Sonnenwender 15.06.25
Vorschautext:
für Dev Prem

Deine Geschichten
sind wie Pflanzen oder Steine -
Helioblumen, falterlastig,
Fliederlila-Flut.
Gezaubert aus der Gattung
Sommersonnenwenden,
verwandelt in die Edelsteine
die im dunkeln schimmern
mit den Sprenkeln
des leuchtend roten Herzschlags.
...
111 Les promenades d'Euclide 31.05.25
Vorschautext:
Der Raum hat sich umgestaltet
zu der Unendlichkeit der Zeit
am Nachmittag des Regenmonats
ohne Intermezzo. Kerze auf dem Tisch
betrachtet sich gerade
als Feuerkreis oder Laterna magica.
Durchs Dach
entschwebt Mezzosopran in Serenaden.
Phantasmagorie als Ort.
Vielleicht beliebt hier Euklid zu scherzen.
Wenn ja, dann lacht Pythagoras in Metaponto.

...
110 Chorasan 28.05.25
Vorschautext:
Chorasan - goldener Stupa
im Wüstensand,
Land der aufgehenden Sonne
im Azur der strahlenden Kuppeln.
Krater voller Erkenntnisse
glühen am Horizont
im Schatten des Karakorum.
Firdausí, Nawaí, Khayyám
rezitieren in den Oasen
deiner edlen Rosengärten
Rubaiyát,
und es regnet auf einmal.
...
109 Vor Peloponnes 13.05.25
Vorschautext:
Traumhaft die Tage, sagenumwoben
die Schwammtaucher.
Ihre Karten wurden erstellt vor langer Zeit
von verwitterten Händen.
Amphoren voll Seeschwämmwe, Korallen.
Schaumhauben türmen sich auf.
Versunkene Schiffe gehören geborgen
noch vor dem ersten Sturm,
Seeschwalben kündigen schon davon
am Wintersaum.
Unter den Algen kaum erkennbar
im Schiffswrack -
...
108 Schneeart 13.05.25
Vorschautext:
Es schneit die ganze Zeit,
es scheint nie wieder aufzuhören.
Langsame Eisblumen-Blätter
strömen auf das Hügelland.
Auf Zehenspitzen
wandelt leise Stunde
Trübungen der Schwermut
auf dem winterlichen Grund
in die Verlockungen
der Leichtigkeit auf Hügeln
bedeckten von perlweißen Flügeln
der Schnee-Phönixe.
...
107 Solar 13.05.25
Vorschautext:
Kannst du dir vorstellen: Sommer,
Lanzen der Sonne,
Röte der Rosen,
und morgens - Möwen
über dem Strahlenmeer
tauchen in den Sonnenglast,
und der Levante bringt dir
mit Licht gewürzte Gerüche
von Lorbeer und Koriander?

© Lena Engelbrecht
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