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Anzahl Gedichte: 154
Anzahl Kommentare: 4
Gedichte gelesen: 25.466 mal
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Titel
134 Aus Majapahit 11.10.25
Vorschautext:
In der mondhellen Hälfte des Monats
erscheinst du beinah utopisch
aus dieser Entfernung,
wie ein Tragopán in subtropischen Gräsern
auf einer Briefmarke.
Nur du weißt wie gern
bin ich auf diesem Fest.
Du weißt, ich bin hier nur ein Gast
wie eigentlich überall.
Das kennst du auch - Galungán,
driftende Suche, das Finden
im gläsernen Läuten von Gamelán,
...
133 Erbauliches 27.09.25
Vorschautext:
Alles kommt wie es kommen muss,
es geht immer was gehen soll.
Und wenn es nicht klappt dann versuch doch
in die richtige Richtung zu klappen und gleich
gegen den Uhrzeigersinn zuzureden.
Das kann wahre Wunder bewirken,
sogar überraschenden Fortschritt
beim Zusammenbau deiner Inneneinrichtung!
(Übriggebliebene Schrauben
kann ein gesunder Verstand
locker anderweitig verschwenden).

...
132 Wörter 21.09.25
Vorschautext:
Spielerisch, oft gar nicht gewollt
oder beinahe zaghaft
an der Schwelle des Schweigens,
verschränkt in der Endlichkeit
rieseln Vokale unveredelt
durch Viadukte der Zeilen
und Schleusen der Konsonanten.
Verschwenderisch
bleiben Laute verstreut
auf den Seiten,
verschenken ihr Silber und Gold
in Silben dem Wort
...
131 Helle Barden 13.09.25
Vorschautext:
Besonders klangvoll ist
Meeresbrandnug in Koktebel.
Sie bringt in sich mit
dem wellenden Uferrand
Rufe der Möwen und Menschen
aus der Vergangenheit
im weißen Licht
der wassergestreiften Gesteine.
Helle Barden mit ihrem Geleit
durchwanderten hier
Silbernes Zeitalter der Hohelieder
im Wolkengewand
...
130 Relationen 06.09.25
Vorschautext:
Jeder Tag
verlangt von mir wortgewandt
etwas neues,
immer dasselbe: alles, eifrig.
Ich aber suche im Inhalt der Intervalle,
sammle Fragmente der Zeit.
Auch wenn Koordinaten
ändern andauernd ihre Vektoren,
Fixsterne tauschen Positionen
und die Unruh der Uhr
bleibt niemals stehen.

...
129 Skizze 31.08.25
Vorschautext:
Lichtspiele voller Wandlung
offenbart dir der Sommerabend.
Strophen, die über Wangen rinnen,
versiegen im Abendglut-Schein.

Nach Wassermusik-Kadenzen
zündet die Luft Feuerwerkssuiten,
zwischen Wolkenburgen
blühen brennende Funkenschwärme.

Manche Bilder verwachsen
gedankenverloren zu Traumsequenzen...
...
128 Lichtbild 23.08.25
Vorschautext:
Am Waldrand
ist der Übergang
zwischen den Welten.
Das liegt am Licht -
es rieselt sanft
durch Blätter,
schmiegt sich
an die Baumrinde.
Es tanzt,
es singt ein Lied
aus alten Zeiten,
aus weiten Auen
...
127 Urbanistik 16.08.25
Vorschautext:
An meiner Haltestelle
unter der Eisenbank
wächst stur eine Birke
durch Ruß und Beton
zwischen dem Glas
der Werbeflächen für's Glück
des Einzelnen in der Gesellschaft.
Der Zug erscheint gleich
der ersehnten Konstante
und bringt uns weiter im Kontext.

© Lena Engelbrecht
126 Sonnenbrandung 09.08.25
Vorschautext:
Das Haus wird zum Segelschiff
im Sog der Sonnenbrandung.
Gardinen wellen sich
im Westwind auf
wie Meerschaum und Segel.
Vor Augen
drehen sich die Himmelsrichtungen.
Zeit los zu wandern.
Im Augenblick - kein Ziel,
nur Sonnenstrahlenzeichnung.

© Lena Engelbrecht
125 Garten der Galateia 06.08.25
Vorschautext:
Hinter dem Steinlblumen-Tor
unter Goldregen-Strömen
klingen Tigerwaldsänger
im Sternblumenschein ganz klar.
Neben dem Pavillon
funkeln Glasbeeren beim Reifen,
die Balustrade versinkt im Schaum
der Granatapfelblüte.
Saphirblumen streuen sich
am Alabasterbecken.
Regenbogenfische an der Oberfläche
tauchen kurz auf und verschwimmen langsam.
...
124 Nach-richten 02.08.25
Vorschautext:
Schematische Darstellungen bestürzen
und detaillierte wecken Déjà-vus.
Minutiös Verdikte mahnen,
ballistische Berichte vereinnahmen,
Schwadronen galoppieren wie von Sinnen
um vom Geteilten etwas abzuherrschen,
graue Substanz in Köpfen
kollabiert global.
Belagerungen überall zermürben
während Vendetta, unpersönlich grinsend,
verkürzt Distanz
zum nächsten Zielobjekt,
...
123 Bodhisattva 26.07.25
Vorschautext:
Om. Schaue uns bitte an,
Avalokiteshvara,
verstecke uns im unsichtbaren Schilf
bei Gefahren.
Manipadme. Schenke uns bitte
Licht Deiner Seesterne
auf unserer Reise,
Himmelszelte bei der Rast.
Hum. Lass mit tausend Armen
Deinen unendlichen Blumenregen
auf uns niedersteigen
bei Freude.
...
122 Direkte Rede 23.07.25
Vorschautext:
Ich bin so ungeschickt
und die sind so gescheit.
Es ist ein Hochgenuss zu sehen
wie sie alles meistern.
Schweig du endlich still,
innere Stimme!
Stimme nur: "haha von wegen".
Ich vergehe regelrecht vor Neid
und denke manchmal:
"ach ich wäre auch soo gerne..."
Aber dann so: "nö,
ich bleibe wohl
...
121 Fugenstimmen 19.07.25
Vorschautext:
Wenn das Gefüge
seinen Spiegelbildern gleicht,
wenn Risse im Kontinuum verhallen,
steigt verzweigt
Karyatiden-Chor der Stimmen,
mehrfach abgebildet,
mit dunkelblauen Kobalt-Fäden
auf dem Hintergrund
aus Flüssiggold
gehalten.

© Lena Engelbrecht
120 Der Große Fluss 16.07.25
Vorschautext:
Langsam
erstreckt sich der große Fluss
zwischen Hügeln.
Woran dachte jemand,
der hier gestanden
vor tausenden Jahren?
Hypnotisch
das gleißende Spiel der Sonne
auf Wellen.
Geträumt oder wirklich
das Lied,
das vom Licht mitgebracht?
...
119 Diskurs 12.07.25
Vorschautext:
Auf Tischen tanzen ausgelassen
nackte Tatsachen,
hübsche Primzahlen,
sekundäre Merkmale,
komplizierte Ambivalenzen,
Argumentationslinien oh so schlank.
Ob es was bringt
sich damit auseinanderzusetzen?
Wie bin ich da überhaupt reingeraten?
Hab' von alldem keine Ahnung.
Brauche definitiv mehr Koffein,
Nikotin, Duden, digitale Enzyklopädien,
...
118 Leitmotiv 09.07.25
Vorschautext:
Seifenblasen im Wind
werden zu Luftballons, leuchtenden Lampions
über Bewusstseinsstufen.
Zusehends kreist
ewiges Derwisch-Gebet der Fügung.
Auf der Zunge zergeht
die süßeste Zwischenzeit,
blüht losgelassen
in ihrem durchsichtigen Blattkleid
um Zifferblätter aus Steingut.

© Lena Engelbrecht
117 Naturformen der Kunst 05.07.25
Vorschautext:
Perlmutt haben wir fermentiert
und Diorit, wir beide,
obwohl du genau weißt,
dass ich nicht an Wunder glaube.

Ein gutes altes Heilmittel
gegen Dürre und Kummer
haben wir zusammen gesucht
in verschollenen Manuskripten.

Draus ist etwas geworden...
ich glaube, es ist ein Wunder.
...
116 Abendsein 29.06.25
Vorschautext:
Der Übergang von Tag zu Ruhe
ist fließend, sanft in sich fallend.
Durchsichtige Stunde,
alles verschwommen
und gleichzeitig eigenartig deutlich.
Miteinander verschmolzen
zur Abendfarbe
Flüsse, Brücken, Züge, Wälder,
grenzenlos ineinander übergegangen,
zu einander geworden.
Schwelgend in der Auflösung, um restlos
in den Samt der Nacht einzutauchen.
...
115 Nicht Schon 28.06.25
Vorschautext:
Ein schwarzes Schaf
des Namens Nicht Schon
mit seiner weißen Krähe
marschieren schnurstracks
am Fuße des Hangs
zur befreundeten bunten Fee
und zählen zusammen die Schritte.
Im schrulligen Bunde die dritte,
beim Mangel an Traumsand
verhilft bunte Fee zum Schlaf
durch den seltsamen Gegenstand -
einen Doppelten Cabochon -
...