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Gedichte über Schmerz - Seite 450


Wenn die Wahrheit lauter wird als meine Hoffnung

Ich dachte lange, ich wäre in einer Beziehung.
Dabei war ich eigentlich nur in einer Erinnerung gefangen, in einem Gefühl, das es so längst nicht mehr gab. Ich habe festgehalten an dem, was mal war, nicht an dem, was wirklich ist. Ich habe mir eingeredet, dass Liebe reicht. Das ich nur stark genug fühlen muss, damit es wieder gut wird.

Aber die Wahrheit hat sich leise in mein Leben geschlichen.
Erst ganz vorsichtig, kaum spürbar. Und dann immer deutlicher, immer schwerer zu übersehen.

Es hat mir nicht gutgetan.
Schon lange nicht mehr.

Und ich habe es nicht sehen wollen.
Weil ich diese rosarote Brille aufhatte, die alles weichzeichnet. Die aus Enttäuschung Verständnis macht. Aus Schmerz Hoffnung. Aus leeren Versprechen etwas, woran ich mich klammern konnte.

Ich wollte nur das Gute sehen.
Weil ich daran glauben wollte, dass es echt ist.

Aber je mehr ich anfange, wirklich hinzusehen, desto mehr zerbricht etwas in mir.
Die Realität tut weh. Nicht ein bisschen, sondern tief. Sie reißt alles auf, was ich so lange verdrängt habe. Und plötzlich sind da all diese Gefühle: Traurigkeit, Wut, Enttäuschung, Leere. Alles auf einmal. Alles zu viel.

Und ich frage mich…

Warum kommt jemand in mein Leben, berührt mein Herz so sanft, heilt Wunden, die andere hinterlassen haben…
zeigt mir, dass es Menschen gibt, die es ehrlich meinen könnten…
nur um dann genau dieses Herz wieder zu zerstören?

Warum?

Jedes Mal, wenn ich ihr noch eine Chance gegeben habe, habe ich versucht, mein Herz wieder zusammenzusetzen. Stück für Stück. Mit Hoffnung, mit Liebe, mit dem Glauben, dass es diesmal hält.

Aber es hat nie gehalten.

Und jetzt sitze ich hier mit all diesen kleinen, schmerzenden Teilen in mir und merke, dass ich sie nicht mehr einfach ignorieren kann.

Vielleicht ist die härteste Wahrheit nicht, dass sie gegangen ist.
Sondern dass ich so lange geblieben bin.

Warum Menschen so sind…
darauf habe ich keine einfache Antwort. Vielleicht wissen manche selbst nicht, was sie in anderen auslösen. Vielleicht nehmen manche, ohne zu sehen, was sie hinterlassen. Und vielleicht gibt es Menschen, die mir erst alles geben, was ich brauche, nur um es mir später wieder zu nehmen.

Aber gerade kann ich nichts Gutes daran sehen.
Gerade ist der Schmerz einfach so groß.

Es tut so weh, dass ich ständig weinen könnte.
Oft steigen mir einfach die Tränen in die Augen und ich versuche, sie zurückzuhalten, versuche loszulassen…
und dann gehen sie wieder.

Und dann gibt es diese Momente, in denen ich es kaum aushalten kann.
Da reicht manchmal nur ein Wort oder ein Satz… und die Tränen laufen einfach.

Ich kann nichts dagegen tun.

Und vielleicht ist es gut, dass die Gefühle da sind, dass sie rauskommen dürfen…
aber das macht es nicht leichter.

Denn der Schmerz fühlt sich oft einfach nur unerträglich an.
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