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Gedichte über Liebe - Seite 25


Avalon

Im Traum einmal noch nach Avalon...
Der Pfad sanft gewunden,
grüne Täler und Hügel,
...hier war ich doch schon.
Blüten und Früchte zugleich an den Bäumen-
große Mutter hilf-
will nicht von Avalon mehr träumen!

Zu spät-am Rand des Wassers stehe ich,
den weißen Nebel sehe ich,
die Barke hält lautlos auf mich zu,
der Knecht, der Dunkle, wartet voll Ruh.

Er sagt kein Wort und ich kann ihn doch hören-
"Du warst hier schon, in mein Boot setz den Fuß nicht hinein,-
nur einmal geht Eva nach Avalon..."

Er hält mich,mein Traum,
ich bin schon gefangen-
"Ich weiß Knecht,
den Weg bin ich schon mal gegangen,

nun teile die Nebel,die Wogen noch einmal für mich
und stille sei-ich bitte dich."

Das Wasser zu Ende,
ich steig hügelan.
bleiern der Himmel,
sie kommen heran.
Meine toten Träume steh'n auf aus den Gräbern

-und sie lächeln und dann-
zerren ihre Knochenhände,
"lang warten wir schon,
du kamst noch einmal nach Avalon..."

Ich stöhne, ich keuche,
aus den Augen fall'n rot mir die Tränen,
tief in mir ist's wie wenn Ketten sich dehnen
und sie springen entzwei-
meine Träume sind frei...
Große Mutter, so sieh doch,nun hilf mir doch schon,
sterben werd ich in Avalon...

Ich hör ihre Stimme, ich seh ihr Gesicht
"Nach Avalon geht Eva zweimal nicht.
Du wirst Deinen Traum ein zweites Mal leben-
wirst Blut und Schweiß noch einmal geben-
wirst zerschmettert am Ende im Staube knien
und er wird kalt seines Weges zieh'n.

Schon einmal hat er dich bezwungen,
hat alle Kraft Dir abgerungen,
wird's wieder tun und das weißt Du schon..."

Voll Trauer lächelt sie...
"Ich werd' Dich begraben in
AVALON"
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Schüchtern

Lange Zeiten nicht gesehen ,
Zufall der uns zusammen führt ,
ein Wort , ein Blick nur ein Gedanke ,
beide sind sofort gerührt .

Gerne würde ich Dir zeigen ,
wie das Treffen mich berührt ,
das kribbeln tief im Körper ,
Gefühle die lange nicht gespürt .

Wie sehr ich doch genieße ,
Deine Worte , Deinen Blick ,
Deine Nähe , und Dein Lächeln ,
doch Stille , schüchtern lächle ich zurück .

Verloren durch die eigne Scheu ,
verloren dieser Augenblick ,
kein Wort der Sehnsucht auf den Lippen ,
jedes Wort im Hals erstickt .

Tief in mir , schreit das Herz ,
ruft nach Dir , wie es Dich mag ,
doch auf den Lippen nur ein lächeln ,
Sehnsucht im Herzen , kein Wort ich sag .

Hier auf den Blättern kann ich schreiben ,
was ich fühle , was ich denk ,
was ich spür wenn ich Dich sehe ,
wieviel liebe ich Dir schenk .

Doch du stehst , wie jetzt vor mir ,
belanglos jedes Wort von mir ,
kein Wort der Sehnsucht , kein`s der Liebe ,
die ich tief im Herzen spür .

Wie die Seele will die Nähe ,
wie das Herz das Deine will ,
wie sehr ich Dich begehre ,
doch die Lippen bleiben still .

Wieder geh`n wir voneinander ,
wieder gehst Du weg von mir ,
in meinem Herzen schmerzvolles Weinen ,
es ist gezogen hin zu Dir .

Doch die Scheu vor neuen Schmerzen ,
Angst vor Abfuhr schnürt mir die Lippen zu ,
die Lippen sie schweigen ,
das Herz ruft nur : DU !

Denn :

Gefühle zeigen kann ich nicht ,
kann nicht sagen , kann nicht zeigen ,
woran grad` mein Herz zerbricht .

aus : ICH - Gedanken aus der Stille
1. Buch von Andreas Baier

Alle Rechte beim Autor
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