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Gedichte Über Leidenschaft - Seite 27


Der Puppenschnitzer

Visavis ein kleines Häuschen steht,
ein Mann, etwas älter schon,
geht stets allein dort ein und aus.
Habe oft schon daran gedacht,
was er des Tags über wohl so macht.
Mit leeren Taschen geht er fort,
sie prall gefüllt, kommt er zurück.
Das Gesicht voller Falten, doch nicht vergrämt,
die Schuhe an seinen Füßen, stets verstaubt.
Meine Gedanken kreisen um sein Wohl,
ob ich ihn zu mir mal einladen soll?

Eines Tages trafen wir uns auf der Gasse,
er wieder mit einer gefüllten Tasche,
konnte an ihm nicht vorüber gehen,
sagte, dass wir quasi Nachbarn wären.
Mit freundlichem Blick sah er mich an,
nun lud er MICH in sein Häuschen ein.
Gespannt, was mich wohl erwartet, trat ich ein.
Ein kleiner Raum sich vor mir auftat,
irgendwie verzaubert und auch märchenhaft.
Holz-, Farben-, und Leimgeruch lag in der Luft.

Die Tasche, die er mit sich führte, sie vor mir ausgeleert.
Reste von Holz aus der Tischlerei am Ort.
Meine Sorgen um den alten Mann ins Gegenteil sich drehten.
Die Wände voll mit Regalen, auf denen lauter Puppenköpfe ruhten,
roh noch, nicht fertig geschnitzt und unbemalt.
Der Nachbar, ein Puppenschnitzer, mit einer Werkstatt war.
Von der Decke, ich schaute hinauf,
hingen fertige Puppen in Scharen,
von Oben sie auf mich herabsahen.
Eine andere Welt tat sich vor mir auf.


Viele unterschiedliche Messer, scharf und spitz,
Schleifsteine lagen auf dem Arbeitstisch .
Sein Hobby sei dies nur,
für Schulen und Kindergärten schnitze er hier.
Den Kindern eine Freude machen, das ist sein Pläsier.


20.02.2020 © Soso
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Ein neuer Stern am Himmel........

Dieses Mal sollte es gelingen,
diese Zeilen mussten es einfach bringen.
Viele Jahre schrieb er schon,
nichts war gelungen davon,
was einen Verleger in Wallung brächte,
schrieb Tag für Tag und auch die Nächte.

Er wusste, einmal war es so weit,
lange war er schon für den Erfolg bereit.
Er schrieb sich die Finger wund,
vergaß das Essen, lebte ungesund.
Bald sind alle Seiten voll geschrieben,
die Leser werden es lieben.

Sie spüren die Energie, den Schweiß,
den er hineingesteckt und den Fleiß.
Von Leidenschaft, Liebe und Hass,
schrieb so, dass es ihn fast zerfraß,
mit Betrug, Mord und Verderben,
hat er die Blätter vollgeschrieben.

Eine Flasche Wein noch, auch ohne Glas,
er schrieb und schrieb ohne Unterlass
er war besessen von dem Gedanken,
nichts konnte ihn mehr ablenken.
ein Werk zu verfassen,
dass andere Schriftsteller erblassen.

Bald, bald ist es geschafft,
da fehlte nur noch eine Kleinigkeit,
er grübelte und trank den Wein,
nur er konnte noch helfen, allein.
Die Gedanken flogen nur so herbei,
er schrieb die letzte Seite, es war vorbei.

Er nahm die Seiten zusammen,
diese Hürde war endlich genommen,
schwebte in einem Zwischenraum,
umhüllt nur von dem einen Traum.
Am Morgen man ihn auf seinem Stuhl vorfand,
mit einem Lächeln und den Seiten in der Hand.

Sein Traum, ein Bestseller zu sein,
wurde wahr, in der ganzen Welt sogar,
die Verleger rissen sich um ihn,
bedauerten zu tiefst, was gescheh'n
er hatte um sein Leben geschrieben,
ein Werk, das bis heute in den Köpfen geblieben.



11.03. 2020 © Soso
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