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Gedichte Über Gedanken - Seite 170




Liebe nur dank Erinnerungen?

Was ist Liebe ohne Erinnerungen,
die tief in der Seele beben?
Gemeinsame Augenblicke im Leben,
erst sie lassen das 'wir' ergeben!

Erinnerungen an die Gedichte,
geschrieben voller Herzenslust,
von einer großen Liebe,
dabei liegend an deren Brust.

Erinnerungen an Gefühle,
die einst beflügelten zwei Seelen,
die zerfloßen in unbändiger Liebesweh,
wenn auch kurz nur sie sich mal verfehlen.

Erinnerungen können schmerzen,
wenn ungewollt Enttäuschung spürbar wird.
wodurch tief im Innersten des Herzen',
einst grenzenloses Vetrauen wird entführt.

Nur durch Adern des Erinnerns gehalten,
als die Liebe anfing zu lieben, sich zu gestalten,
gelang es Wunden zu schließen und Narben zu glätten,
dank dieser Erinnerungen, die Liebe zu retten.

Erneutes Erinnern an diesen wahren Liebesakt,
stärkt das Heil beider neu vertrauter Seelen!
Vereint beide Herzen, verbunden im Liebeseigentakt,
so zusammen können beide nicht nur Pferde stehlen.

Auch sind es Erinnerungen an eine Zeit,
aus Momenten der sinnenfrohen Zweisamkeit.
Seelen erleben glühend ihre kleine Welt,
facettenreich die Fülle ihres Himmelszelt'.

Sind mal nur noch Funken übrig von der Liebe,
weil versteinert das Herz, die Seele traurig verlassen,
Kummer im Getriebe!
Winde des Erinnerns erfassen den eintrübenden Schmerz,
umschmeicheln die Seele zu neuaufflammendem Triebe.

Gibt es also Liebe ohne Erinnerungen?
Kann diese brennende Sehnsucht entstehen
ohne zuvor sich tief im Herzen
immer und immer wieder zu sehen?!

Wahre Liebe braucht Erinnerungen,
ohne sie fehlt ihr der Stoff für die Trunkenheit!
Betrunken beschwingt in die Höhe,
folgend einer Melodie schwebender Glückseligkeit...

Erinnerungsfäden halten gefangen,
winden sich sanft um die Seelen.
Gefühle, die aus dem Herzen entsprangen,
zerfließen ins Meer der Liebe unverhehlen.

Eine Liebe voll von Erinnerungen!

© meteor 2023
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Trauter Mond

Sind wir nicht die glücklichsten Zwei auf Erden?
So wohlbedacht vom Schicksalsnebel wir werden!
Haben erneut uns anheimelnd hier getroffen,
Seelenverwobene aus zwei unheimlichen Zündstoffen!
.
Schauen verliebt durch den lichten grauen Schleier,
hoch zum strahlenden Mond am Firmament.
Auch er in Sehnsuchtswehen fast verbrennt,
Der glühenden Sonne er stets nur nachrennt,
Jeden Tag und Nacht die selbe gleiche Leier.
.
Zu sich einladend er seine Hand uns reicht,
geleitet hindurch tausenden Wolken der Wonne,
um bei ihm zu sein, von ihm getragen so leicht,
im Angesicht der entfernt schlafenden Sonne.
.
Staunend, aufgewühlt, im Wir verträumt,
in trauter Zweisamkeit auf ihm abgelegt.
Von Sternen belächelt, Schnuppen umsäumt,
wohlig warm gebettet, neue Wünsche gehegt.
.
Beschirmt vom mächtigen Nachtgestirn,
unser Geheimnis der Nacht er mit uns teilt,
den Himmel drunten als traulicher Fallschirm,
Uns'ren Augenpaare Blicke überall enteilt.
.
So ziehen wir im sanften Zug durch ferne Räume,
in lichter Sternennacht eng Hand in Hand.
Auf das uns diese kosmischen Träume
führten bis an den äußersten Sinnesrand.
.
Im weiten Himmelsbogen ziehen wir wie gebannt,
werden Teil im Augenblick unentwegter Wiederkehr.
Berauscht von diesen Himmelshöhen so unerahnt,
gehen ein ins ewig unendliche Lichtermeer.
.
Nicht viel enger bei uns sein, uns so innig nah,
wie in diesem Moment ursprünglicher Einfachheit!
Nur wenig Liebenden wird dies so klar offenbar,
wie du trauter Mond uns weist Unsterblichkeit...

© meteor 2023
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