Wo Worte wohnen

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Die Sprache ist das Haus des Seins."
Martin Heidegger

Wer keine Worte hat,
wohnt eng.

Die Freude bleibt
vor der Tür.
Der Schmerz liegt
namenlos im Zimmer.
Die Angst geht um
bei Nacht,
und niemand fragt sie,
woher sie kommt.

Arm ist ein Haus,
in dem man nicht sagen kann,
was in einem lebt.

Doch wo Sprache wächst,
wird es weit.
Da öffnen sich Fenster.
Da bekommt die Trauer
einen Stuhl,
die Hoffnung ein Licht,
und selbst das Schweigen
hat seinen Platz.

Reich ist ein Haus,
in dem ein Mensch
für sein Innerstes
Worte findet.
Dort kann die Seele
aufrecht wohnen.

Informationen zum Gedicht: Wo Worte wohnen

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23.04.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Chandrika Wolkenstein) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.