Winterstarre

Ein Gedicht von Meteor
manchmal fröstelt es mich nachts
warm zugedeckt im Bett
mein Puls klopft schwach abgeflacht
meine Atmung bewusst gestreckt

spür einen eisigen Winterhauch
durch meine Innereien ziehen
Leben zentralisiert Richtung Bauch
Blut ist zurück ins Herz am fliehen

wiederkehrende Polarstürme
greifen in immer kürzeren Abständen
nach der Einnahme der Leuchttürme
auf denen meine Fackeln brennen

schwer zwar ringen sie um Luft
hartnäckig ihr Abwehrkampf ums Hier
verteidigen mich gegen die eisige Gruft
ein unbeugsamer Sommer lebt in mir

wache manchmal zwischendurch auf
spüre Reif auf meinen Lippen liegen
hauche sichtbaren Fackelrauch ins Aus
fühle Tautropfen den Reif besiegen

beruhigt ziehe ich mich wieder zurück
sehe dieses Gefecht in guten Händen
auf dem Rückweg fällt mein müder Blick
auf Eselsohren ungelesener Wänden

vormarkierte Kapitel meiner Geschichte
Stoff für lange Winternächte im Traum
verkürzt mir die Wartezeit zum Lichte
bald werde ich es wieder wach beschaun

© meteor 2026

Informationen zum Gedicht: Winterstarre

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01.03.2026
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