Wenn Noah wieder auftaucht
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Kommt raus aus euren Feeds,
kommt raus aus euren Räumen,
so einen wie Noah
sah man lange nur in Träumen.
Alle bauen an etwas:
Start-ups, Profile, Plan.
An Bildern, die glänzen sollen,
damit man sie teilen kann.
Manche schreiben Listen,
manche löschen sie sofort.
Alle sind müde geworden
an diesem lauten Ort.
Jungs wie Mädchen,
und die dazwischen gehen –
doch wenn Noah wieder auftaucht,
bleibt die Stadt kurz stehen.
Ich mag Kaffee, stark und ehrlich,
und dass Süßes süß bleibt – na klar.
Doch hetzen von Schlange zu Schlange
ist nicht mein Fahrplan, nicht mein Jahr.
Alle sitzen unter Laternen,
füttern Tauben mit altem Brot,
Tauben, die längst gelernt haben,
wie man überlebt in der Not.
Doch wenn Noah wieder auftaucht,
fliegen selbst sie zu ihm hin,
als hätten sie kurz vergessen,
wie vorsichtig sie sonst sind.
Lass mich einfach machen,
ich entscheide mich selten schnell.
Sag mir nur, wohin mit dem Chaos,
und ich sag dir, wer dafür zählt.
Keiner schläft mehr richtig,
alle sind zu vorsichtig,
weil Tage uns festhalten
und Nächte nichts entfalten.
Doch wenn Noah wieder auftaucht,
will die Stadt endlich ruh’n,
als hätte sie längst vergessen,
wie gut es ist, nichts zu tun.
Wenn Noah wieder auftaucht,
kommt raus aus euren Räumen.
Vielleicht ist das alles,
was wir brauchen, um kurz zu träumen.
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