Wegwarte - die Unscheinbare -

Ein Gedicht von Ingrid Bezold
Tagtäglich könnt ihr mich betrachten.
Bin anders, als die schöne Rose.
Nur wenige, die mich beachten…..
nicht mal bei Harndrang – Diagnose.

Da spür´ich nur das Nass von oben
doch ihr seht mich nicht einmal an;
stattdessen fällt der Blick nach oben
und ihr bestaunt den Himmel dann.

Mein Blau ist mindestens so schön,
doch kann man hier am Wegesrand
die Farbenpracht leicht überseh´n,
ich bin ja nicht von edlem Stand.

Steh´ trotzdem hochgewachsen hier
und weiß um die geheime Kraft,
mit der ich heilend therapier´,
als Teegetränk und auch als Saft.

Wenn man an Himmelfahrt mich weiht,
kann Nadeln, Dornen ich entfernen
aus Wunden – und so manchen Streit
ohne Brimborium entkernen.

Steh ziemlich unscheinbar am Rande,
doch wenn ihr mich genau betrachtet,
seht ihr mich dann in Blauem Stande -
und nicht mehr wertlos, unbeachtet.

*
(C) Ingrid Bezold

Informationen zum Gedicht: Wegwarte - die Unscheinbare -

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16.04.2026
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