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Anzahl Gedichte: 148
Anzahl Kommentare: 476
Gedichte gelesen: 33.616 mal
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Titel
148 Ziemlich unbescheiden... 17.02.24
Vorschautext:
* Geheime Wünsche der Frauen Ü60 *

Wo bitte, ist der Supermann,
der nicht nur zarte Worte flüstert …
einer, der praktisch denken kann
und nicht von früh bis spät nur lüstert?..

...der mit mir auch die Sorgen teilt
und ratsam mir zur Seite steht -
nicht bei Kritik ins Weite eilt
und säuselnd gleich zur Nächsten geht.

...
147 War wohl nix........ 15.02.24
Vorschautext:
Ich hab mal Neues ausprobiert
und dabei einen Flop riskiert....
der ist mir ziemlich gut gelungen.

Mit Freude schreib ich ungezwungen -
mal nachdenklich, mal heiter
Gedichte und Geschichten weiter …

denn ´wer nicht wagt, der nicht gewinnt´,
lernt man ja schon als kleines Kind.


...
146 Die Nacht in Big Apple III 13.02.24
Vorschautext:
Abends gibt es „ Cats“ am Broadway. Atemberaubend, die Bühnenausstattung, die Künstler – alles. Ein deutsches Ehepaar erzählt, dass sie dieses Musical in Hamburg, Wien und London gesehen haben, aber nirgends so großartig, wie hier.
Nach der Vorstellung wollen sich die Vier über New York austauschen und suchen eine Bar in der Nähe auf, um einen Absacker zu trinken und die Nacht langsam in den Tag zu begleiten.

Am Heimweg zum Hotel peitscht der kalte Wind und Carla´s Hut fliegt
in weitem Bogen durch die Luft. Frank eilt, ohne zu überlegen über die immer noch stark befahrene 5th. Avenue. Autos hupen und Carla versucht vergebens, ihn zurück zu halten. Zu spät. Sie sieht ihn nicht mehr. Ängstlich läuft sie von einer Ecke zur anderen – ohne Erfolg. Frank ist wie vom Erdboden verschwunden. Nach einer Stunde winkt sie ein Taxi Cab herbei, weil sie um diese Zeit nicht ohne Begleitung zum Hotel laufen will.

Frank ist nicht im Zimmer. Sie bittet den Nachtportier um Hilfe. Er macht keinerlei Anstalten: „ Sicher genießt Ihr Mann das Nachtleben, dann kommt er wieder“,will er sie beschwichtigen. Als sie die Polizei verständigt, passiert das Gleiche. Ein Bagatellfall – „ vielleicht wollte er noch ein kleines Abenteuer erleben“.
Carla schläft keine Minute. Früh am Morgen klappert sie den Weg zum Broadway nochmal ab, schaut in jeden Coffeeshop, in jeden Hauseingang – nichts. Frank ist verschwunden.
Hastig eilt sie in die 48. Street zum Deutschen Konsulat und nochmal zur Polizei. Niemand hilft ihr.

Morgen geht ihr Flieger zurück nach Deutschland.

...
145 Die Nacht in Big Apple II 12.02.24
Vorschautext:
3.

1994
Hotel in New York Manhattan.

Müde im Hotel an der 29 th. Street, Ecke Madison Street angekommen, beziehen Frank und Carla ihr Zimmer. Plötzlich hellwach und schockiert lassen sie die Koffer fallen..
Das gebuchte Mittelklasse – Hotel ist schäbig. Kaputte Gardinen, Grünspan an den Wasserhähnen. Dunkelbraune Fließen im Bad, die erahnen lassen, wie lange sie nicht geputzt wurden.
An der Rezeption bildet sich eine Schlange neuangekommener Gäste, die grimmig reklamieren. Ohne Erfolg. Das Personal ist überfordert.
Frank versucht, ein anderes Hotel zu buchen. Jeder Preis wäre ihm egal – nur weg hier. Nichts zu machen. Manhattan ist ausgebucht.
Die beiden entschließen sich, die Koffer nicht auszupacken und so wenig, wie möglich im Bett zu schlafen und wenn, dann angezogen. In Manhattan geht man nicht früh zu Bett – da macht man die Nacht zum Tag. Schlafen kann man wieder zuhause.
Nur so geht es........

...
144 Die Nacht in Big Apple I 11.02.24
Vorschautext:
„ Wenn du die Dämmerung überstehst, wirst du auch die Nacht überleben.“

1.

1991....
Als Carla zum ersten Mal am JFK – Airport in New York landete und danach mit dem Helicopter – Rundflug den Friedhof von oben sah, bevor sie sich mit Frank im Plaza eincheckte, war ihr klar: Nicht ihre Stadt.

Pulsierend, stickig – und laut. Der Konzern, in dem ihr Mann im mittleren Management tätig war, hatte diese Reise als Incentive Event ermöglicht.
Jeder Tag war vollgepackt mit Sightseeing und Events der besonderen Art. Die In – Lokale in Manhattan, eine Vorstellung am Broadway. Hochinteressant und sehr anstrengend. Keine Nacht vor 3 Uhr ins Hotel und morgens um 7 Uhr Frühstück – nicht bei Tiffany, sondern im Plaza.
Das Plaza – direkt am Centralpark. Exklusiv. Der tägliche Espresso im Oak – Room war ein Muss.

Die Tage vergingen wie im Flug. Manhattan war aufregend. Die Lichtreklamen am Timesquare waren bunter, die unzähligen Taxen gelber, als man sie von den Fotos kannte und die Sirenen der Cops erinnerten an die Krimis, die man im Fernsehen mit Spannung verfolgt hatte.
...
143 Kurztrip in den Berliner Zoo 10.02.24
Vorschautext:
Heute fahr ich nach Berlin
unter einem andern Namen.
Vielleicht nenn ich mich RuIn,
damit fall ich aus dem RAHMEN.

Trink HOLUNDERwein mit CARLOS;
lauf danach mit ihm zum Zoo.
Dort ist alles ziemlich harmlos
und man wird SOWAS VON froh.

Das KatzenWHISKAS kriegt die ROBBE;
denn in der Not frisst sie das auch.
...
142 Von Oben 09.02.24
Vorschautext:
Sie saß ganz oben
am weich gepolsterten Platz
ohne den Blick
nach unten zu wenden
spürte sie irgendwann
die Notwendigkeit
einen Stuhl zu holen
sich dazuzusetzen
zuzuhören

*

...
141 Verstummt 07.02.24
Vorschautext:
Vertraute Worte
gehören den Liebenden
auch ihre Lieder

wenn alles zu Ende ist
verstummen sie im Herzen


Tanka (C) Ingrid Bezold
140 Das Wochenende vor der Scheidung 06.02.24
Vorschautext:
* Nach einer wahren Begebenheit *

Freitag

Es ist spät geworden. Kopfsteinpflaster sind ermüdend; besonders mit diesen blöden Absätzen, die immer wieder zwischen den Fugen stecken bleiben. Iris ist hungrig und sehnt sich danach, endlich die Schuhe auszuziehen.
Im Briefkasten liegt ein Buch, eingebunden in Zeitungspapier. Ohne Adresse, ohne Absender.
Sie zieht den Mantel aus und die Schuhe. Ihre Füße sind geschwollen und schwer. Gleich wird sie ein heißes Bad nehmen.
Sie packt die neu gekauften Teile aus.
Die neue Bluse war eigentlich viel zu teuer, ist aber wunderschön. Montag wird sie geschieden und da möchte sie selbstbewusst auftreten. Sie will IHN nicht glauben lassen, es ginge ihr schlecht; außerdem soll er nochmal sehen, was er verloren hat. Stark will sie wirken. Gerne hätte sie den schicken Hosenanzug noch mitgenommen, aber das lässt ihr Budget nicht zu. Nicht mehr.

Romy hat schon zweimal auf den Anrufbeantworter gesprochen. Nach dem Essen oder nach der Tagesschau wird sie sie zurückrufen.
...Wer hat ihr denn ein Buch geschenkt. Einfach so. Ohne Anlass...
...
139 Wertlos 05.02.24
Vorschautext:
Was einmal groß schien
wird dürftig klein geschrieben
von Ahnungslosen

(C) Ingrid Bezold
138 Der fremde Mann 03.02.24
Vorschautext:
Die Morgensonne reflektiert im alten Audiblech. Sie blendet mich. Der Rost frisst sich in den weißen Lack am Kotflügel. Nummernschilder und auch die TÜV - Plakette sind unleserlich. Am Rücksitz liegen ein grauer Schlafsack, eine Mehrfachsteckdose und eine Menge Klamotten. Vorne, am Beifahrersitz ein aufgeschlagenes Buch und eine alte Zeitung.

Der Mann, der hier seit einem Jahr schläft, grüßt immer freundlich und redet ein paar Worte über´s Wetter oder die Politik. Täglich verrenkt er sich bei seinen Gymnastikübungen hier am Parkplatz. Ziemlich fertig ist er manchmal. Dann trinkt er gierig mit hochrotem Kopf eine Flasche Wasser aus. Bei Wind und Wetter sieht man ihn turnen.
Wenn Polizisten Streife fahren, halten sie kurz an und bringen ihm frisches Brot oder Brötchen vom Bäcker.
Alle, die ihm begegnen, mögen den sonderbaren Kautz, aber keiner weiß, warum er hier im Auto lebt. Er könnte eine Wohnung und Hilfe vom Staat beanspruchen, aber das will er nicht. Man weiß nur, dass er promoviert und bessere Tage hinter sich hat. Keiner hat ihn je ungepflegt gesehen. Sein Wissen ist breit gefächert und sein Umgangston sehr höflich. Manchmal rezitiert er alte Klassiker. Goethes Faust kennt er auswendig, aber dafür interessiert sich keiner der Leute, die mit ihm politisieren wollen.

***

Heute ist das Wetter so, dass man keinen Hund vor die Türe jagt. Mein Dackel hat auch keine Lust, bei Schneeregen und Sturm Gassi zu gehen.
Trotzdem marschiere ich mit ihm den gewohnten Weg. Der Fremde ist nicht zu sehen. Merkwürdig - er ist eigentlich immer da.
Als ich näher komme, sehe ich auf der Kühlerhaube vier Grabkerzen brennen....

...
137 Joja Wendt 31.01.24
Vorschautext:
Für den, der Joja noch nicht kennt,
wär´es nun aber an der Zeit,
damit er nicht noch mehr verpennt
von Musikkunst und Heiterkeit.

Wendt spielt nicht nur auf dem Klavier -
er tanzt, er lacht und er erlebt
das Instrument als Elixier ...
und der Konzertsaal leuchtet, bebt.

Dem Publikum gibt er sich hin
mit Leidenschaft - er schont sich nicht.
...
136 Spaßbremse 30.01.24
Vorschautext:
Jan möchte über Nonsens lachen -
tut es auch gern für sich allein.
Traut sich nicht über seinen Schatten
und zürnt dort, wo´s erwünscht ... zum Schein.

(C) Ingrid Bezold
135 Dorn-Röschen 27.01.24
Vorschautext:
Fast verwelkt streckt sich die Rose
noch ein letztes Mal in Pose -
drängt mit aller Kraft nach vorn ...
sticht dabei mit jedem Dorn.

(C) Ingrid Bezold
134 Glockenläuten 27.01.24
Vorschautext:
Die Schneeglöckchen hoben die Köpfe
und klingelten mir entgegen.

Worte und Foto (C) Ingrid Bezold
133 Klein Bienchen 23.01.24
Vorschautext:
* nach dem Volkslied "Sabinchen war ein Frauenzimmer"*

Klein Bienchen war ein Frauenzimmer -
stets neu verliebt in sich;
besonders nachts bei Kerzenschimmer,
wenn sie durch Räume schlich...
dort nippte sie am Roten,
verteilte schlechte Noten.
Zufrieden blickte sie von oben
ins fahle Spiegellicht.

(C) Ingrid Bezold
132 Sterne 23.01.24
Vorschautext:
Fünf güldne Sternelein
die strahlten in die Welt...
da schlug ein kleines Jämmerlein
sie weg und sich zum Held.



(C) Ingrid Bezold
131 Hospiz 19.01.24
Vorschautext:
Wie spricht man über unheilbar -
zwanglos, ohne Angst zu machen?
Was ist, was sein wird und was war
und ist es taktlos, frei zu lachen?
 
Wie geht man mit dem Sterben um,
ohne den Kranken zu verletzen...
Nicht um den heißen Brei herum
sich Peinlichkeiten auszusetzen.
 
Ihn entlasten vor dem Schrecken.
Weit entfernt von Illusionen :
...
130 Im Dutzend billiger... 18.01.24
Vorschautext:
Er schreibt stets gleiche Sehnsuchtsworte,
wenn er nachts an die Liebste denkt.
Nur Namen ändern sich und Orte,
zu denen er die Lyrik lenkt.

Er küsst und streichelt ihre Haut;
bewundert Augen, Leib und Zehen -
und während er ein Traumschloss baut,
um dorthin irgendwann zu gehen...

hört er ein Schluchzen, wie ihm scheint...
von seiner Frau, die heimlich weint.
...
129 Frei wie ein Vogel 15.01.24
Vorschautext:
Mit weiten Flügeln
ins Bunt des Lebens fliegen
Ruhezeit finden

Wesentliches erkennen
sich ein- und niederlassen

(C) Ingrid Bezold
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