Wahrnehmungstäuschung

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
-1-
Krokodil im Unterholz hockt,
vor Schreck mir der Atem stockt
starre auf es immerfort,
bewegungslos verharrt es dort.
-2-
Vor Panik bin ich wie erstarrt,
Fantasie gewinnt an Fahrt
fühle mich angefressen.
Ist es auf Beute versessen?
-3-
Bin ich für die Welt verloren?
Herzschlag dröhnt in den Ohren,
sehe mich zernagt im Sarg,
Hauch des Todes bläst mir ins Mark.
-4-
Ein Hirsch auf das „Krokodil“ springt,
das schwungvoll zur Seite schwingt
und sich entpuppt als Baumstamm,
endlich bricht der Todesangst Damm.

Informationen zum Gedicht: Wahrnehmungstäuschung

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20.04.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.