Von Hand zu Hand
Du warst mein erster Trost in dunklen Nächten.
Ich hielt dich fest, als wärst du nur dafür gemacht.
Du nahmst mir sanft die Angst vor allem Schlechten
und hast stets über meinem Schlaf gewacht.
Dann kam die Zeit. Ich wurde groß und kälter.
Ich tat, als wärst du nur ein Kinderding.
Ich spielte mit dir kaum noch, immer seltener,
bis ich dich fortlegte und von dir ging.
Du lagst im Staub, von Motten leicht zerfressen,
das Auge stumpf, dein Fell schon ausgebleicht.
In einer Kiste hat man dich vergessen.
Kein Blick mehr, denn die Freude war verbleicht.
Mein Enkel kramte in den alten Sachen
und zog dich stolz an einem Ohr hervor.
Er drückte dich an sich und sagte : „Das ist meiner“
und liebt dich nun, so wie ich dich zuvor.
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