Vereinzelung

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Vereinzelung

Die Erde stirbt, uns geht es gut,
Bequemlichkeit hat ihre Träume:
Kaminofen und wärmend' Glut,
Zentral beheizt sind alle Räume.

Früher gab es ja noch Eisblumen,
Man hatte damals fast kein Geld.
Beleuchtet mit nur wenig Lumen
Kam man so durch die Winterwelt.

Die Zimmer blieben unbeheizt,
Nur in der Küche stand ein Herd.
Obwohl man mit dem Heizen geizt',
War dort das Leben unbeschwert.

Einmal pro Woche Badetag.
Man schleppte in die warme Küche
Den Waschzuber, weil man es mag:
Vernichten alle Hautgerüche!

Familien in einem Raum –
Man rückte enger zueinander.
Fernseher gab es dort ja kaum,
So spielte man halt miteinander.

Ein jeder lebt heute für sich,
Das Zimmer hat ja jedes Kind.
Keiner kümmert sich mehr um Dich:
Wer weiß, wo jetzt die Eltern sind...?


©Hans Hartmut Karg
2019

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Informationen zum Gedicht: Vereinzelung

23 mal gelesen
20.01.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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