Unter der Trauerweide

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Unter der Trauerweide

Wenn sich unter der Trauerweide
Im Herbst die Liebenden treffen,
Erlösen sie sich vom Herzeleide,
Wo fern die vielen Hunde kläffen,
Sehr nah bei der alten Mühle,
Wenn Jugend lebt ihre Gefühle.

Da finden sich ein die Liebenden,
Weil anderswo das ihnen nicht möglich,
Sie das Glück tragen in ihren Händen,
Das lange Warten stets unerträglich,
Sie hier in Kurzzeit auskosten müssen,
Was jetzt beglückt ein endloses Küssen.

Als das Herzen und Küssen langsam endet,
Steht längst hoch der Sonnenwagen,
Der jetzt zu viel Licht und Wärme spendet,
Dem Pärchen dennoch ein Wohlbehagen,
Ihm zeigt, wie selig ihr Paradies,
Das man immer widerwillig verließ.

Wie wunderbar ist doch die erste Liebe,
Mit der die Welt sich zur Sonne erhebt,
Sich zärtlich einlebt in heilige Triebe,
Weil ungestüm doch der Busen bebt.
Später bleibt das alles im Geiste wach
Und verstohlen sagt die Erinnerung „Ach!“


©Hans Hartmut Karg
2020

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Informationen zum Gedicht: Unter der Trauerweide

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16.10.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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