Und täglich grüßt mein altes Ich {300}

Ein Gedicht von Jacob Seywald
Ich laufe durch mein neues Leben
und überlege, was ich denken soll.
Denn kein Gedanke lässt sich hegen,
nur Gefühlen bin ich unterlegen.

Ich laufe durch geheiltes Land
und frag mich, was mich freuen soll.
Denn nicht ein Gedanke greift die Hand,
nur Zerstreuung, Sog und lodernd Brand.

Ich laufe auf erbauter Mauer
und frag mich, wer sie sprengen soll.
Nicht mal ein Gedanke auf der Lauer,
nur die ärgsten Sorgen, bitter ... sauer.

Ich laufe neben Dauerschleifen
und seh nicht, was auf Dauer soll.
Nur Dornensträucher könnt ich greifen,
nicht ein einzig Zweig, dem Früchte reifen.

Jacob Seywald XIII

Informationen zum Gedicht: Und täglich grüßt mein altes Ich {300}

02.10.2026
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