Übermalung
Fünf Jahre lang
trocknete die Zukunft
in dünnen Schichten:
weiße Säle, Blitzlicht,
der eigene Name
im gedämpften Raunen.
Dann ein grauer Umschlag,
höflich verschlossen.
Ein paar Sätze,
leicht genug für ein Blatt,
schwer genug,
alle Farben kippen zu lassen.
Unter dem Dach
wartete das Bild.
Plötzlich traten daraus hervor:
die Mühe, die Enge,
der schlecht verborgene Hunger
nach einem fremden Urteil.
Ein breiter Pinsel,
bleiches Grau.
Der erste Zug
ging durch das Gesicht,
der zweite durch die Vorstellung,
wer es hätte sehen sollen.
Am offenen Fenster
trocknete Farbe an den Händen.
Das Abendlicht lag
auf der rauen Fläche
und verlangte
nach keinem Bild.
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