Tränen beim Osterfrühstück

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Bunte Eier in einem Körbchen
zieren heut´ den Frühstückstisch.
Im Ofen backen schon die Brötchen
der Kaffee duftet herrlich frisch.

Die Osterglocken in der Vase
leuchten hell im Sonnenschein.
Der Vater liest das Wochenblatt,
- Mutter schenkt ihm Kaffee ein.

Lisa baumelt mit den Beinen,
möchte sich so gern bewegen.
„Wann kommt denn der Osterhase?“
Die Aufregung will sich gar nicht legen.

Gedanklich ist sie im letzten Jahr,
- bei der Eiersuche im Garten.
Beim Osternest im Ginsterstrauch...
Ach, sie kann es kaum erwarten.

Vater kann das gut verstehen,
stupst ihr belustigt auf die Nase.
Lachend setzt sie sich zur Wehr
und trifft die Blumenvase.

Oh nein, was für eine Bescherung!
Wasser fließt - und dicke Tränen.
Der Schaden wird sofort behoben,
- ohne den Vorfall zu erwähnen.

Tränenblind steht sie am Fenster.
Wie konnte das denn nur geschehen.
„Lisa, das kann doch mal passieren.
Der Osterhase hats nicht gesehen.“

Informationen zum Gedicht: Tränen beim Osterfrühstück

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22.03.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.