Stigmatisierung

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
-Fiktion –

Sobald sie ihn von Weitem sehen,
drehen sie sich demonstrativ weg,
weichem einem Blickkontakt aus.
Sein Gruß wird nicht erwidert,
seine Ansprache wird „überhört“.
Er wird für Luft erklärt,
willentlich übersehen,
wird keines Blickes gewürdigt.
Unsichtbare Mauern
werden hochgezogen,
um die Distanz zu wahren.
Ihm wird von anderen
die Menschlichkeit aberkannt.
Er darf sich nicht so zeigen,
wie er im Grunde seines Herzens ist.
Er wurde in eine Schublade
gesteckt, ihm wurden
negative Eigenschaften angedichtet
und seitdem wird er
als Projektionsfläche missbraucht.

Informationen zum Gedicht: Stigmatisierung

20.10.2026
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Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.