Steigen und Fallen

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Auch wir Alten waren einmal jung
und wollten zu Silvester Schwung.
Die Knallfrösche, die wir selbst gebaut,
waren nicht so gefährlich und laut.
Etwas Schwefel, Salpeter und die Tageszeitung
verlangten allerdings geschickte Zubereitung.
Und bei ihnen musste man springen,
damit sie nicht in Hosenbeine dringen.

Heutzutage lässt man Raketen steigen,
die sich gern zur Seite neigen,
mit viel Krach ihre Hülsen rütteln
und das Innenleben zur Erde schütteln.
Leuchtblitze zur Seite flitzen,
Funken durch die Gegend spritzen.
Bei Geräten, die extrem laut knallen,
auch gewaltige Pappteile fallen.

Heuler und Raketen pfeifen,
dabei Bäume und Mauern streifen.
Werden Knaller abgeschossen,
sind die Fenster schnell geschlossen.
Und zu allem Ärger gibt es auch,
Schwaden von giftigem Rauch.
Schwefel, Salpeter und Natrium
bringen letzte Gesundheit um.

Deshalb wünscht man, ganz sonderbar,
allen Gesundheit für das neue Jahr.

30.12.2018 © W.R.Guthmann

Informationen zum Gedicht: Steigen und Fallen

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30.12.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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