Staub und Tanz
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Der Wind trägt fremde Worte her,
sie wiegen bleiern, lasten schwer.
Man zeichnet Bilder, rahmt mich ein,
doch wer ich bin, entscheide ich allein.
Ein Flüstern hier, ein Urteil dort,
verweht im Sturm, an jedem Ort.
Sie sagen, dass mein Geist sich verliert,
dass ihr Raunen mich regiert.
Doch während sie im Kreise stehen,
lass’ ich mich vom Rhythmus drehen.
Was kümmert mich der Spötterchor?
Ich schließe vor dem Lärm das Tor.
Wer stets spielt, verrät die Treue,
wer bloß hasst, verlernt die Reue.
Ich lasse ihre Stimmen ziehen
und will der Schwere stolz entfliehen.
Ein Ruck, ein Tanz, ein freier Geist,
der sich vom fremden Urteil reißt.
Wie Staub, der auf den Schultern ruht,
vergeht im Licht die falsche Wut.
Ich schüttle ab, was mich beschwert,
weil mir mein eigenes Lied gehört.
Kein kalter Blick, kein blinder Schritt,
ich nehme die Freiheit mit.
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