SKLEROTISCHES SONETT

Ein Gedicht von Dmitry Garanin
Mein Denken zieht ins weite Nichts davon
und lässt die Quelle fern am andern Rand.
Was ich in meinen Zeilen einst empfand,
entschwindet neuerdings mir, Ton um Ton.

So fremd der Musen stummer, kalter Hohn,
und im Gedächtnisfluss, der halb verschwand,
geht mir am dünnen Haar kein Fisch ans Land,
die Plötzen meiner Reime, längst entflohn.

Sklerose, gib der Fantasie die Macht
und lass des Könnens leeren Flitter stieben!
Es wuchre wilder Vers, zerzaust, verlacht,

und steige, keiner Regel je verschrieben,
wo ich, ins Kindsein fallend, jung geblieben,
wo alles längst Vergessene neu erwacht!


https://sites.google.com/view/dgaranin

Informationen zum Gedicht: SKLEROTISCHES SONETT

03.11.2026
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