Sind wir noch zu retten

Ein Gedicht von Ernestine Freifrau v
Wenn ich mich in 2023 um schau,
wird es mir doch fürchterlich mau.
Freunde kapseln sich mehr ab,
sieht aus wie Vorschau aufs Grab.

Vielen ist das Team völlig egal,
leben hinterm Vorhang mit Qual.
Dass wir Alle in einem Boot leben,
wollen sie einfach nicht sehen.

Wirken wie Menschen hinterm Deich,
bauen sich ihr eigenes Königreich.
Umgeben sich mit vielen Schätzen,
mit Nachbarn gibt's kein schwätzen.

Oft sind sie auf den Hund gekommen,
dödeln vor sich hin, wie benommen.
Machen ihr Ding vom Wir zum Mich,
Schicksale der Anderen sehen sie nich(t).

Kommunizieren meistens schweigend,
ihr Blutdruck pendelt auf oft steigend,
Leben voll in ihrer diesigen Blase,
ähnlich wie der Kollege Angsthase.

Auf dem Konto haben sie Plus,
fremde Schicksale sind halt Stuss.
Im Mittelpunkt ihrer heilen Welt,
fühlen sie sich wie ein Superheld.

Stehen weit über fremden Dingen,
würden niemals im Chor singen.
Sind nicht arm und nicht gut selig,
aber irgendwie wohl sehr, sehr
a r m s e l i g .

Ernestine Freifrau von Mollwitz

mageba

Informationen zum Gedicht: Sind wir noch zu retten

4 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
16.02.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ernestine Freifrau v) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.