Sich ein wenig verloren fühlen
Sich ein wenig verloren fühlen
Der alte Herr schaut auf und sitzt
Bei strahlendem Sonnenschein da draußen.
Er sieht, dass er nichts mehr besitzt,
Außer dem Blick und grüner Bäume Rauschen.
So gerne sitzt er nah diesem Haus,
Fühlt sich manchmal ein wenig verloren.
Doch er geht immer noch dort hinaus,
Wo er gelebt und einstmals geboren.
Niemand will mehr etwas von ihm,
Die Welt marschiert ohne ihn weiter.
Das ist für ihn auch gar nicht schlimm,
Denn seine Seele: Weltoffen und heiter.
Er weiß: Lange wird es nicht mehr gehen,
So bricht das Melancholische bei ihm ein:
Das Alter muss er ganz alleine durchstehen,
Ohne Frau will er sein eigener Hüter sein.
Die Jungen gehen jetzt ihre eigenen Wege,
Gelegentlich kommen sie noch zum Alten.
Sie helfen ihm technisch und mit Pflege,
Diese Beziehungen sollen ihm nicht erkalten.
©Hans Hartmut Karg
2026
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