Schwerkraft

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Menschen docken an
über Schwächen.

Nicht über Kontrolle.
Nicht über Überlegenheit.
Nicht über die sauber gefalteten Tage.

Sie docken an:
über das Zögern,
über die kleine Erschütterung in der Stimme,
über das Zittern hinter dem Lachen.

Nicht die Mauern merken wir uns,
sondern die Risse,
durch die Licht fällt,
durch die Wärme kommt,
durch die ein Herz sagt:

Hier bin ich.
Echt.

Stärke bewundert man oft
aus höflicher Entfernung.
Schwäche hat eine andere Schwerkraft.
Sie macht aus Blicken Berührung,
aus Fremden für einen Moment Vertraute.

Menschen docken an
über Schwächen,
weil unter aller Haltung
etwas Wahres leuchtet.

Informationen zum Gedicht: Schwerkraft

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14.04.2026
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