Schweigende Endlichkeit

Ein Gedicht von Birgit Klingebeil
- Traumbilder - 

Ein Hauch von Glas auf dunklem Grund,
Worte, die kommen aus fernem Mund.
Sie blühen nur kurz im schweigenden Licht,
bevor der helle Tag dann die Schwärze bricht.

Wie stille Nebel, die den See verlassen,
wollen sie nicht, dass Hände sie fassen.
Kaum streift ein Wachsein ihren Saum,
entgleiten sie schon im tiefsten Raum.

Sie sind das Echo, das im Wind verweht,
ein Schattenbild, das ungefragt vergeht.
Als ein Gefühl, das vage bleibt und sacht,
sind sie ein Gruß aus versunkener Nacht.

Man schlägt die Augen auf und spürt,
wie zart ein Nachhall noch berührt.
Ein Herzschlag lang ist’s fast noch hier,
dann schließt der neue Tag die letzte Tür.




© Birgit Klingebeil
[2026]

Informationen zum Gedicht: Schweigende Endlichkeit

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11.05.2026
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