Schöne Worte, ohne Bedeutung

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
Lippenbekenntnisse
-Fiktion -

Schnell perlen verheißungsvolle
Versprechen von ihren Lippen,
doch kaum ausgesprochen,
fallen sie dem Vergessen anheim.
So gut wie nichts wird „eingelöst“,
falls doch, nur unter Nachdruck
und dann bestenfalls halbherzig.
Auf den eigenen Vorteil bedacht,
macht sie sich die Gutmütigkeit
anderer zunutze, solange diese
ihr „Spiel“ nicht durchschaut haben.
Am meisten profitiert sie von
denjenigen, die ihre Versprechen
ihr gegenüber zuverlässig erfüllen,
was sie gern und ausgiebig
und wie selbstverständlich
für sich in Anspruch nimmt,
ohne Gegenleistung zu erbringen.
Nehmen ist für sie seliger denn Geben
und sich ihr bietende Chancen
nutzt sie für sich weidlich aus,
bis andere nicht länger mitspielen.

Kein Problem für sie.

Bald darauf lullt sie andere ein
mit ihren Lippenbekenntnissen.

Das „Spiel“ beginnt von Neuem.

„Das Wort ist nur der Schatten der Tat“
(Demokrit)

Informationen zum Gedicht: Schöne Worte, ohne Bedeutung

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30.07.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.