Riss

Ein Gedicht von Nico Fender
Hört irgendwer sein "Bitte"?
Kein Mitleid, welches Rauch und Schall,
Denn das Blut, die vielen Risse an der Lippe,
kratzt nur an der Oberfläche seiner Qual.

Ein Geist ihn zu erdrücken,
ein Laster, das du ihm verdankst.
Und tausend Risse auf den Rücken,
ein leiser Ausdruck seiner Angst

Die ganze Mühe, Perlen vor die Säue,
für einen Jungen, welcher der Realität entflieht.
Es sind Enttäuschung, Zweifel und Reue,
sind die Risse, die man nicht sieht.

Wer bindet ihm sein Herz?
Wer gibt ihm das Gefühl da zu sein?
Wer heilt die Risse, den ganzen Schmerz?
Wer schenkt ihm Liebe, schenkt ihm Heim?

Ein Geist der alten Tage,
ein Zittern, ein Beben und Bluten.
Und doch stellt er sich irgendwann die Frage,
wie verwandle ich Böses zum Guten?

Die Ketten zu zerbrechen und Fesseln zu sprengen,
die Zäune niederzureißen, aus dem Sumpf zu steigen.
Die Geister zu exorzieren, den Teufel in die Ecke zu drängen.
Fortzugehen, nicht ewig zu bleiben.

Eine Hand streckt sich zu den Sternen,
eine einzelne Träne stellt ein letztes Opfer dar,
er kann Geschehenes nicht entfernen,
s'ist Zeit zu akzeptieren, was war...

N.Fender

Informationen zum Gedicht: Riss

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03.08.2026
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