Rentner und Senioren

Ein Gedicht von Horst Rehmann
Wie ein Garten ohne Blumen,
wäre Deutschland ohne Rentner,
den Beeten fehlte das Volumen,
sinnlos wären Gartencenter.

Keiner pflanzte mehr Gemüse,
niemand würde fleißig misten,
jedes Feld wär eine Wiese,
gäbe es nicht Pensionisten.

Aller Wohlstand ging verloren,
die Konjunktur, sie hätt es schwer,
gäb es nicht die Senioren,
wär´n auch die Supermärkte leer.

Die Ärzte wären schwer in Not,
gäb´s die Alten nicht in Massen,
sie hätten kaum noch ein Stück Brot,
und natürlich leere Kassen.

Dentisten ging es ebenso,
gäb´s nicht den Seniorenrachen,
sie müssten schuften irgendwo,
Zähne gäb´s nicht mehr zu machen,

Im Musikantenstadl wär,
ohne Rentner und Senioren,
die ganze Halle völlig leer,
Stefan Mross, er wär verloren.

Tanzcafe´s ohne Senioren,
das wäre doch, der Missstand pur,
die Besitzer würden schmoren,
dumm glotzen nur, rund um die Uhr.

Was wär an Spaniens Stränden los,
würden Rentner sie nicht füllen,
in den Kassen herrschte Chaos,
Hoteliers vor Wut nur brüllen.

Wer macht sich breit in Bus und Bahn,
wer macht mit bei Kaffeefahrten,
Senioren steigen ein spontan,
kaufen Krimskrams aller Arten.

So manchen Laden gäb´s nicht mehr,
würd der Rentner nicht drin kaufen,
der Gastwirt schätzt die Alten sehr,
weil sie zahlen und viel saufen.

Manch Rentner sind nicht mehr gesund,
in ihrer Art auch nicht bequem,
sie leiden an Gedächtnisschwund,
den Abzockkindern ist´s genehm.

Enkel wären nie geboren,
es wär´ im Haus auch nie Geschrei,
gäb´s zuvor nicht die Senioren,
die Kinder zeugten, einst im Mai.

Jetzt heißt´s ständig Babysitten,
den Rentnern macht das Wickeln Spaß,
überall wird rumgeritten,
das Enkelchen macht Opa nass.

Menschen, die so auf die Schnelle,
die Senioren heiß umwerben,
sollt´ man jagen, auf der Stelle,
diese Leute woll´n nur erben.

Ein Teenie lacht, wenn er dies liest,
weiß nicht wie schnell die Zeit vergeht,
dass er doch selbst bald Opa ist,
und alt vor seinen Enkeln steht.

Informationen zum Gedicht: Rentner und Senioren

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16.06.2010
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