Pflege

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Hinter dem Haus
verwildert der Garten.

Brennnesseln vernähen den Weg.
Gras wächst über die Beete.

Nur um den Rosenstock
liegt die Erde frei.

Ein Pfahl.
Eine Schnur.
Eine volle Gießkanne.

Jeden Morgen
kehren dieselben Hände zurück.

Sie schneiden totes Holz,
binden neue Triebe an,
drücken Dünger
in die Erde.

Ein Dorn dringt
in den Daumen.

Blut läuft
über das Handgelenk.

Die Hand zieht sich
nicht zurück,
bis die Kanne leer ist.

Nachts pocht die Wunde.

Am Morgen
wird wieder gegossen.

Die Dornen sind nicht
der Hass.

Sie tun nur,
was Dornen tun.

Der Hass ist das Wasser.

Die Schnur.

Die tägliche Hand,
die am Leben hält,
was sie verletzt.

Informationen zum Gedicht: Pflege

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05.08.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Chandrika Wolkenstein) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.