Omas Schürze

Ein Gedicht von Helga
Oma liebte ihre Schürzen,
kariert und grün und blau,
ohne sie begann kein Morgen,
sonst erschien ihr alles grau.

Mal gebunden, mal geknöpft,
war sie wie die zweite Haut,
in ihr lebte still die Frau,
die sich sonst kaum je vertraut.

Harte Arbeit, lange Stunden
ließen Spuren gut erseh`n,
selbst die bunten Stoffe konnten
diesen Eindruck nicht verweh`n.

In den Taschen ruhten Schätze,
Bonbons, Schlüssel, etwas Geld,
war das Kochgeschirr zu heiß,
half die Schürze schnell der Welt.

Wenn die Sommersonne brannte,
wischte sie sich still den Schweiß,
nach der Arbeit ohne Klage,
ruhig, stark – und immer leis.

Zerbrach für mich einmal die Welt,
war sie Nähe, Schutz und Raum,
unter Omas Schürze wurde
Sorge still – fast wie ein Traum.

Dort war Wärme, dort war Frieden,
alles schien so leicht und klar,
und für einen Augenblick nur
wurde gut, was schwierig war.

Omas Schürze bleibt mir wichtig,
mehr als Stoff aus dieser Zeit,
denn sie trug mich durch das Leben -
still und voller Zärtlichkeit.

Informationen zum Gedicht: Omas Schürze

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22.04.2026
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