Nicht ganz, aber wirklich

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Niemand kann
in meinem Bewusstsein wohnen.

Auch die Liebe
kennt nur die Tür,
nicht den Raum dahinter.

Der Schmerz selbst
spricht keine gemeinsame Sprache.

So leben wir:
eingeschlossen
in unserer eigenen Wahrnehmung.

Vielleicht ist Liebe
nicht das Überschreiten der Grenze
des anderen.

Vielleicht ist sie
die Achtung
vor dem Unzugänglichen.

Wir kommen allein.
Wir gehen allein.

Aber dazwischen
kann einer dem anderen
Gegenwart sein:

Du warst hier.
Ich habe dich gesehen.

Nicht ganz.
Nie ganz.

Aber wirklich.

Informationen zum Gedicht: Nicht ganz, aber wirklich

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10.05.2026
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