Naturtrieb

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Naturtrieb

©Hans Hartmut Karg
2018

Nie will ich shoppen gehen,
In die Regale will ich sehen,
Denn blickwärts greift ja die Verführung
Und nimmt mir souverän die Führung.

Das weiß ich alles schon,
Da bin ich halt doch steuerbar.
Ich hol' den kargen Lohn
Und gehe mit der Kundenschar.

Der Mann, der ist da gut kopfgesteuert,
Wo er der ganzen Welt beteuert,
Dass er nichts will und auch nichts fühlt,
Weil er die Welt nicht still vermüllt.

Doch dann, mit der Liebesbemühung
Lebt plötzlich er doch die Beziehung:
Er muss aus seinem alten Bau,
Begleitet nun die eigene Frau!

Sie will immer in Läden gehen
Und nach den Angeboten sehen,
Denn Kaufen ist ihr Steckenpferd –
Da ist sie lieber, als am Herd...

Natürlich ist sie kaufgesteuert
Und kauft so manches, das bescheuert,
Trägt ihre Beute dann ins Haus –
Kommt prächtig mit dem Manne aus.

*

Informationen zum Gedicht: Naturtrieb

168 mal gelesen
01.06.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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