Nähe und Angst ich weiß nicht, wie beides geht

Ein Gedicht von Stay Strong
Manchmal frage ich mich, wie es für mich weitergehen soll.
Ich habe so viel erlebt, und das Schwerste davon ist mit Männern verbunden. Zwei Erfahrungen haben Spuren hinterlassen, die tief in mir sitzen. Ich kenne keine gesunde, sichere, schöne Beziehung zu einem Mann. Nichts, worauf ich innerlich zurückgreifen kann.

Deshalb taucht diese Frage immer wieder in mir auf:
Ist es überhaupt möglich, eine gute Beziehung zu einem Mann aufzubauen?
Kann Vertrauen wachsen, wenn so viel Angst da ist?
Kann es wirklich sein, dass nicht alle Männer gleich sind und dass Nähe sich gut anfühlen kann?

In mir kommen so viele Zweifel hoch. Die Angst, dass ich nie bereit sein werde. Dass ich etwas verpasst habe, das für andere ganz normal ist. Dass mir Erfahrungen fehlen, die scheinbar selbstverständlich dazugehören. Und dass genau das mich für Männer zu kompliziert macht.

Ich wünsche mir Nähe in einer Beziehung.
Wärme, Verbundenheit, jemanden, bei dem ich mich sicher fühlen darf.
Und gleichzeitig habe ich Angst davor. Angst, dass Nähe Erwartungen mit sich bringt, denen ich nicht gerecht werden kann. Angst, dass ich wieder über meine Grenzen gehen muss, dass mein Bedürfnis nach Sicherheit und Vertrauen nicht ausreicht, dass es für manche Männer zu viel ist oder zu langsam.

Am stärksten wird diese Angst dort, wo Nähe tiefer geht als nur Gespräche.

Allein der Gedanke daran zieht alles in mir zusammen.
Mit einem Mann so nah zu sein, dass ich mich nicht mehr schützen kann. Dass mein Körper gesehen wird, berührt wird, etwas von ihm erwartet wird. In diesem Moment zieht sich alles in mir zusammen.

Mein Körper erinnert sich.
Er kennt Schmerz, Enge und dieses Gefühl, etwas aushalten zu müssen. Ich konnte mich nie entspannen, nie wirklich fallen lassen. Es war nicht schön, es tat weh, und ich habe gelernt, innerlich auf Abstand zu gehen, um es zu überstehen.

Genau hier entsteht der Gedanke, dass ich keinen Mann finden werde.
Nicht, weil ich mir Nähe nicht wünsche.
Sondern weil ich glaube, dass das, was ich brauche, für viele zu langsam ist. Zu vorsichtig. Zu viel Rücksicht. Dass mein Wunsch nach Sicherheit und Vertrauen nicht ausreicht, wenn etwas anderes erwartet wird.

Ich habe Angst, dass mein Körper nicht mitgehen kann.
Dass er sich verschließt. Dass es wieder wehtut.
Und dass ein Mann dafür kein Verständnis hat. Dass meine Grenzen zu viel sind. Dass ich am Ende das Gefühl bekomme, nicht zu genügen, weil ich anders bin.

Diese Angst lässt mich glauben, dass ich etwas verpasse.
Dass andere etwas erleben dürfen, was für mich immer mit Angst verbunden bleibt.
Dass ich nie selbstverständlich in Nähe sein kann, ohne innerlich auf der Hut zu sein.

Und vielleicht ist das die tiefste Angst von allen.
Nicht allein zu bleiben.
Sondern mich zu etwas zu drängen, wofür ich noch keinen sicheren Boden habe, nur um dazuzugehören.

Ich wünsche mir Nähe.
Und ich habe Angst davor.
Nicht, weil ich sie nicht will,
sondern weil ich gelernt habe, vorsichtig zu sein.

Manchmal weiß ich nicht,
wie beides gleichzeitig in mir Platz haben soll.

Informationen zum Gedicht: Nähe und Angst ich weiß nicht, wie beides geht

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04.02.2026
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