Nacht und Seele
In den späten Abendstunden
trat die Nacht leis in mein Zimmer,
hab sie gar nicht kommen hören,
als erlosch der Lampenschimmer.
Legte mich in weiche Daunen,
sie deckte sanft mich zu,
schloß mir sacht die Augenlider,
und ich sank in tiefe Ruh.
In mir öffneten sich Fenster,
alles schien dort bunt und klar,
forschend blickte ich ins Gestern,
und sah, was niemals wirklich war.
Sie schickte mir so viele Träume,
ich nahm sie dankbar an,
wollte keinen Augenblick versäumen,
den sie für mich ersann.
So sah ich in die Weiten,
wie ich sie nie zuvor gesehen,
schön wären sie im Leben,
doch dort würd`n sie verwehen.
Der Morgen schob die Nacht beiseite,
erholt und frisch erwachte ich,
die Träume blieben still zurück,
die Sonne küsste schon das Morgenlicht.
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