Nach dem Applaus

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Ich bin kein Clown.
Mein Lachen jongliert
mit Wahrheiten, die zerspringen
wie Glas.

Mein Gewand aus Rauten
raschelt leise
wie Kulissenstoff,
der nicht mehr an Wunder glaubt.

Auf meinen Schuhen
Staub von tausend Abenden,
während draußen die Welt zerfällt.

Unter der schwarzen Maske
ein Blick,
der zu viel gesehen hat.

Ich trete hinaus,
gebe euch Leichtigkeit,
damit ihr nicht merkt,
wie schwer die Tage geworden sind.

Ihr klatscht, wenn ich wanke,
weil ihr euch darin erkennt.
Ich verbeuge mich
vor eurer Blindheit.

Und wenn der Vorhang sinkt,
streife ich die Rauten ab
wie eine zweite Haut.

Ich lege die Maske und die Farben
in eine Schublade.
Ich gehe hinaus, als wäre
Wahrheit nur Requisite.

Informationen zum Gedicht: Nach dem Applaus

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16.02.2026
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