Musik des Alltags
Der Arbeitstag war lang und schwer,
ich such die Ruhe draußen hier,
ein heißer Tee steht neben mir,
und atme endlich wieder mehr.
Nur kurz will ich hier noch verweilen,
doch eine Pflicht steht schon bereit,
da zieht mich etwas in den Bann,
ich kann dem Anblick nicht enteilen.
Mein Blick ruht auf den alten Bäumen,
zarte Blätter flüstern leis im Wind,
im Strauch ein Wispern, kaum bestimmt -
ich höre zu und fange an zu träumen.
Ich schließe meine Augen sacht,
vergess den Lärm von Pflicht und Zeit,
ein Kinderlachen klingt so weit-
und mischt sich in die Abendpracht.
Vom Nachbarn dringt ein Fernsehton,
dazu ein Rufen, das im Wind verweht,
ein Klang, der kommt und leis vergeht,
und fügt sich still in diese Stimmung schon.
So wird aus allem, was mein Ohr nun hört,
ein Klang, der sich zu leisem Ganzen fügt,
der sanft mein Innerstes bewegt, berührt-
und mich das Alltägliche neu lehrt.
Wieviel mir sonst im Alltag wohl entgeht,
weil ich nur plane, denke, weitergehe,
und dabei weder wirklich höre, sehe,
was leise seinen eignen Weg nun geht.
Verlier mich häufig in Gedanken,
doch jeder Moment trägt stillen Wert,
auch wenn er unscheinbar erscheint und lehrt,
möcht neue Kraft mir daraus tanken.
Drum halt ich inne, bleibe ruhig stehn,
und hör dem leisen Leben einfach zu,
denn in der Stille liegt die wahre Ruh-
ich will sie künftig öfter in mir sehn.
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