Metamorphose der Oberflächlichen

Ein Gedicht von Alke Jeskulke
Menschen hasten eilig
vorbei an gläsernen Wänden.
Dahinter
mit bizarr verrenkten Gliedern
lauern seltsame Gestalten.

Sie starren
aus leblosen Augen
auf die hastende Menge.

Es scheint
als warten sie,
eingehüllt
in phantasievolle Gewänder,
auf ihre Wandlung:

Von der Puppe
zum Schmetterling
der über blühende Wiesen
im Sonnenlicht tanzt
auf brennenden Flügeln
in seinen Tod.

Doch sie
wandeln nur ihre Hülle
wenn Phantasie
die Gewänder
modisch verändert
im Lauf eines Jahres
und seiner Gezeiten.

Ihre Gesichter
verharren,
sich gleichend,
in ewiger Jugend.
Nie hat
fortschreitendes Leben
dort Furchen gezogen.

Starr blickende Augen,
die nie
eine Seele um schlossen,
blicken,
voller Leere
auf die eilenden Menschen
jenseits der Mauer
aus Glas.

Sie bleiben,
als Puppen,
in ihren modischen Hüllen
gefangen
auf ewig.


Nie
werden sie
ihre Flügel entfalten.
Niemals als Schmetterlinge
im Sonnenlicht
über blühenden Wiesen tanzen,
mit verbrannten Flügeln
in ihren Tod

Alke Bolte April 2011

Informationen zum Gedicht: Metamorphose der Oberflächlichen

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06.01.2014
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Alke Jeskulke) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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