Meine glücklichste aber auch anstrengende Zeit
Ich hatte keine sehr angenehme Kindheit.
Kinder waren bereit zu jeder Gemeinheit.
Man weiß ja, Kinder können grausam sein.
Vor allem wenn es darum geht, zu legen einen anderen herein.
Aber auch ich hatte kräftig ausgereilt.
Deswegen habe ich auch in einigen Heimen verweilt
und als ein Heimkind hatte man es sowieso nie leicht.
Als ich erwachsen wurde hatte es mir vollkommen gereicht.
Eine sichere Zukunft wollte ich mir aufbaue
aber niemand schenkte mir etwas Vertrauen.
Ich bezog eine eigene Wohnung.
Selbst mein Vermieter hatte dür mich keine Schonung.
Erst als auf die schiefe Bahn geriet,
könnte ich schwören, das mein Leben an mir vorbei lief.
Ich selbst fand keine Reusleine.
Meine Schwester sagte: "Du bist meine!!"
Ich kapierte noch nicht, was sie damit meinte.
Ihr Mann sich aber schon einiges zusammen reimte.
Beide hielten mich ganz schön in Trab.
Vor allem er zerbrach über mir den Stab.
Den Stab der Unvernuft und übernahm meine Erziehung.
Dafür verdient er meine Ehrerbietung.
Er schaffte das, was kein Heim schaffte.
Er brachte mich dazu, das ich mich zusammenraffte.
Blicke ich zurück, gab es in meinem Leben wirklich eine 180° Drehung
und das ganz ohne Beleidigungen oder irgendeiner Bestechung.
Ich kann jetzt wirklich so sein, wie ich will.
Sehe ich heute diese Person, werde ich aber ziemlich still.
Ja, jetzt braucht er meine Hilfe und das macht mich sehr glücklich.
Mein Glück besteht darin, wenn sein Leid gelindert wird durch mich.
Früher hätte mir das völlig kalt gelassen
aber heute würde ich mich dafür hassen,
wenn ich meinen Ziehvater keine Hilfe angedeihen lies.
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