Mein Uri, der Sprücheklopfer

Ein Gedicht von Ingrid Bezold
Mein Uri konnte viel erzählen.
Er hatte Spannendes erlebt...
schöpfte aus vielerlei Kanälen
und ich lauschte aufgeregt:

„Als ich in Buenos Aires lebte,
als Ingenieur vor hundert Jahren
beruflich nach Erfolg dort strebte,
lauerten auch stets Gefahren....

...verstohl´ne tiefe Augen – Blicke
unter breiten Damenhüten -
damals war es strenge Sitte,
dass sie sich um Scheu bemühten.

Hola Quapa – tut mir leid -
- in mir wehrte sich die Lust...
meine Frau, die Adelheid
kommt mit Kindern im August.

*

Ich erzähle dir vom Hai.
Als ich saß in seinem Rachen,
hatte ich ein Knife dabei,
um mich wieder frei zu machen.

Auch das fiese Krokodil,
das so träge lag im Fluss,
beäugte mich als Beuteziel
für den alemân – Genuß.

Wiedermal gelang es mir,
mich aus dessen Bauch zu retten.
Nächstes Mal erzähl ich dir
von gesprengten Eisenketten."


*

Nächstes Mal, das gab´s nicht mehr.
Uri hinterließ mir stolz
ein Relikt - ( bedeutungs )schwer -
den Elefant aus Ebenholz...

der kann gottseidank nicht reden
und die Märchen widerlegen.

*
8/24
Ein schwerer Holz-Elefant aus Argentinien( ca. 1910 )steht bei mir zuhause in Erinnerung an meinen Urgroßvater.

*
(C) Ingrid Bezold

Informationen zum Gedicht: Mein Uri, der Sprücheklopfer

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23.04.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Bezold) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.