Manchmal denkt er an zu Haus

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Keine Arbeit, nur noch Sorgen,
ja, wer denkt da gern an Morgen.
Die Zukunftspläne sind dahin,
er fragt sich nach des Lebens Sinn.

Das Leben zieht an ihm vorbei,
doch das ist ihm einerlei,
nachts schläft er dann irgendwo,
auf einem Bett aus Heu und Stroh.

Er kennt all´ die kleinen Brücken,
dort kann man eng zusammenrücken,
betäubt durch Wodka oder Rum,
erträgt er hier sein Schicksal stumm.

Diese kleinen, weißen Pillen,
rauben ihm Verstand und Willen
und lassen ihn für Stunden schweben.
Die einzige Abwechslung im Leben...

Es gibt niemanden, der ihn vermisst
oder sich fragt, wo er gerad´ ist...
Manchmal denkt er noch an zu Haus
und blendet alles Schlechte aus.

Informationen zum Gedicht: Manchmal denkt er an zu Haus

19.10.2026
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