Kleiner Engel

Ein Gedicht von Anica Ehlers
Ein Engel sitzend auf einem Stein,
seine Flügel umhüllten seinen Schein.

Seine Augen schimmern im Sternenlicht,
und in der Ferne ein Käuzchen die Stille durch bricht .

Sein Köpfchen ganz ruhig auf die Knie gelegt,
der Wind eine Haarsträhne aus seinem Gesichtchen geweht .

Die Arme um die Beine und den Körper gewunden,
so ist er der Welt ganz leis entschwunden.

Seinen Blick den Sternen zu gewandt ,
und seine Gedanken dem Himmel zu gesandt .

Seine Lippen hauchen zart und kaum sichtbar in den Wind,
wissen die Menschen nicht das Engel auch oft nur schwache Menschenseelen sind.

Ganz ruhig auf dem Stein und frierend am Wald,
zieht er die Flügel dichter und schützender um seine Gestalt.

Seine kleinen Füßchen krallen sich an den kalten Stein,
umwandert vom wärmenden Mondenschein.

Ein Blick von ihm noch kurz in den Himmel ganz leicht,
Schließt er seine Engelsäuglein ganz langsam und seicht.

Die Haarsträhne weht im Nachtwind um sein Gesicht,
doch das merkt der kleine Engel nicht.

Erschöpft lässt es sich in seine Flügel fallen,
und hört auch nicht mehr im Nebel das Schallen.

Der Mond erhellt nun im Dunkel den kleinen Stein,
und wird bei dem Engel sein.

Informationen zum Gedicht: Kleiner Engel

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29.11.2011
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